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USA und Großbritannien warnen vor massivem Datenleck im somalischen E-Visa-System

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Ein massives Datenleck im elektronischen Visumsystem Somalias könnte die persönlichen Daten von mindestens 35.000 Antragstellern kompromittiert haben – darunter auch US-Staatsangehörige, warnt die US-Botschaft in Mogadischu.

Laut einem offiziellen Warnhinweis der US-Behörden haben „unbekannte Hacker“ Zugriff auf das E-Visa-System der somalischen Regierung erlangt. Die dabei abgegriffenen Informationen sollen bereits im Internet kursieren und enthalten laut US-Angaben Namen, Fotos, Geburtsdaten, Familienstand, Wohnadressen und E-Mail-Kontakte.

Auch das britische Außenministerium bestätigte das Leck und rät derzeit von der Nutzung des Systems ab:

„Die Sicherheitslücke besteht weiterhin. Jeder, der persönliche Daten in das System eingibt, könnte betroffen sein“, heißt es in der Mitteilung.
„Bitte wägen Sie die Risiken sorgfältig ab, bevor Sie ein E-Visum für Somalia beantragen.“

Offizielle Stellen reagieren zögerlich

Die somalische Regierung selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert, aber heimlich das System von evisa.gov.so auf etas.gov.so umgestellt – ohne offizielle Begründung.

Die US-Botschaft warnte weiter:

„Auch wenn wir nicht bestätigen können, ob Ihre Daten betroffen sind, sollten alle bisherigen Antragsteller davon ausgehen, dass sie möglicherweise Teil des Lecks sind.“

Anfragen an die Somalia Civil Aviation Authority (SCAA) blieben bislang unbeantwortet.

Politischer Konflikt mit Somaliland spitzt sich zu

Der Vorfall verschärft zusätzlich den schwelenden Luftstreit zwischen Somalia und der autonomen Region Somaliland. Diese erkennt das E-Visa-System der somalischen Zentralregierung nicht an und fordert seit dem 10. November, dass alle Fluggesellschaften vorherige Genehmigungen aus Hargeisa (Hauptstadt Somalilands) einholen.

Somalilands Außenminister Abdirahman Dahir Aadan kritisierte das Visumsystem scharf:

„Diese Plattform ist nicht sicher. Die persönlichen Daten von Reisenden könnten in die Hände extremistischer Gruppen gelangen.“

Reisende gestrandet – Airlines im Dilemma

Infolge des Konflikts wurden Passagiere an Flughäfen zurückgewiesen, weil ihnen das somalische E-Visum fehlte – obwohl Somaliland eine Visaerteilung bei Ankunft erlaubt.

Unterdessen hat die somalische Luftfahrtbehörde (SCAA) alle Fluggesellschaften angewiesen, nur Anweisungen aus Mogadischu zu befolgen. Flugzeuge, die Befehlen anderer Behörden – etwa aus Hargeisa – Folge leisten, müssen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, so die Warnung.

Laut der SCAA liegt die volle Kontrolle des Luftraums gemäß internationalem Recht allein bei Mogadischu. Somaliland hingegen veröffentlichte Videoaufnahmen lokaler Fluglotsen, die internationale Piloten anweisen – in Somaliland wurde das als Sieg der Souveränität gefeiert.


Fazit: Das Datenleck könnte nicht nur gravierende Sicherheitsrisiken bergen, sondern auch bestehende politische Spannungen zwischen Somalia und Somaliland weiter verschärfen. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert.

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