Die zweitägigen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China in Stockholm sind ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Damit drohen ab dem 12. August erneut massive Strafzölle zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Trotz der ausbleibenden Einigung äußerten sich beide Seiten vorsichtig optimistisch. US-Finanzminister Scott Bessent und Handelsbeauftragter Jamieson Greer bezeichneten die Gespräche als „konstruktiv“. Eine Entscheidung zur Verlängerung des Zoll-Moratoriums müsse jedoch noch von US-Präsident Donald Trump getroffen werden.
„Die Gespräche waren produktiv, aber wir haben noch kein finales Go“, sagte Bessent.
Zölle könnten auf bis zu 145 % steigen
Ohne eine neue Vereinbarung könnten die US-Zölle auf chinesische Produkte erneut auf bis zu 145 % steigen, während China ebenfalls drastische Gegenzölle androht. Zwar hatten sich beide Seiten im Mai auf eine temporäre Reduzierung der Zölle (China auf 10 %, USA auf 30 %) geeinigt, doch diese Regelung läuft Mitte August aus.
Streitpunkt Seltene Erden
Ein zentrales Hindernis bleibt laut US-Seite Chinas Kontrolle über Seltene Erden, die für zahlreiche Hochtechnologien – etwa in der Elektronik- und Rüstungsindustrie – entscheidend sind. Bessent betonte, die Exportkontrollen seien ein globales Problem, da sie nicht nur die USA, sondern auch andere Länder beträfen.
Weitere Streitfragen
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TikTok: Der Verkauf der US-Sparte der beliebten App war kein Thema bei den aktuellen Gesprächen.
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Digitalwirtschaft & Marktzugang: Die USA fordern von China ein „Rebalancing“ hin zu einer konsumorientierteren Binnenwirtschaft.
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Fentanyl-Kontrollen: Peking kündigte an, zwei weitere Grundstoffe des gefährlichen Opioids unter Kontrolle zu stellen – möglicherweise als Zugeständnis im Zollstreit.
Trump entscheidet über Fortgang
Ob die Zollerhöhungen abgewendet werden können, liegt nun in Trumps Händen. Er kündigte an, sich nach einem Briefing durch seine Verhandler am 30. Juli zu entscheiden. Ein Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping sei noch für dieses Jahr geplant.
Parallel dazu hatte Trump zuletzt Handelsabkommen mit der EU (Reduzierung der angedrohten Zölle von 30 % auf 15 %) sowie mit mehreren weiteren Ländern angekündigt – allerdings sind etwa im Fall Vietnam die Details bisher unklar.
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