Reiselustige aufgepasst! Wer künftig in die Vereinigten Staaten von Amerika will, sollte vorher überlegen, ob er noch ein paar alte Tagebücher, die Lieblingsfarbe der Kindheit und den Namen des ersten Haustiers parat hat. Denn laut neuesten Plänen des US-Grenzschutzes wird der ESTA-Antrag bald nicht mehr mit einem schlichten „Ja, ich war noch nie Terrorist“ erledigt sein.
Geplant ist: Wer aus Österreich oder einem der anderen über 40 Visa-Waiver-Länder in die USA einreisen will, muss künftig mehr über sich preisgeben – also mehr als man bei einem ersten Date je zu sagen wagen würde. Job, Hobbys, politische Tendenzen, Lieblingspizza – und natürlich: die letzten fünf Jahre Social Media-Aktivität.
Ja, richtig gelesen: fünf Jahre! Wer also 2021 in einem schwachen Moment ein Katzenvideo geteilt hat, das als subversiv gelten könnte – viel Glück bei der Einreise.
Heute übrigens endet die Frist, um offiziell zu sagen, dass man das irgendwie übertrieben findet. Danach prüft die Behörde (vermutlich mit einem sehr großen Kaffee) die Rückmeldungen und entscheidet, ob sie noch eine Info wie den Lieblingsdünger für Zimmerpflanzen hinzufügen will, bevor das Ganze in Kraft tritt.
Wann genau? Tja, das weiß keiner. Selbst laut gestrigen Agenturmeldungen ist der Startpunkt dieses bürokratischen Meisterwerks so offen wie ein amerikanischer Highway ohne Mautstation.
Von ESTA zu ESDA – „Extrem Sorgfältige Datenabgabe“
Betroffen wären all jene, die mit ESTA, dem Electronic System for Travel Authorization (oder: Einfach Schnell Touristen Aussortieren), einreisen wollen. Das gilt für Urlaube, Geschäftsreisen und alle, die sich mal New York bei Regen anschauen wollen. Bleiben darf man bis zu 90 Tage – oder bis das nächste Formular kommt.
Vorschläge sorgen für Verwirrung – und für Stirnrunzeln
Schon im Dezember hatte die Grenzschutzbehörde CBP (das sind die Leute, die nie lächeln) angedeutet, dass sie ein bisschen mehr über unsere Online-Aktivitäten wissen will. Welche genau? Keine Ahnung. Der Vorschlag im US-Bundesregister ist so präzise wie eine Wettervorhersage im April.
Aber hey, es passt zur strengen Migrationspolitik von Präsident Donald Trump, der bekanntlich der Meinung ist, dass Einreise nur mit höchstamtlich überprüftem DNA-Test und patriotischem Haarschnitt erfolgen sollte. Die neue Linie: „Make Border Control Great Again“ – mit maximaler Bürokratie und minimaler Freundlichkeit.
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