Das kürzlich verabschiedete Steuerpaket der US-Regierung bringt für besonders wohlhabende Amerikaner ein äußerst lukratives Update: Der steuerfreie Erbschaftsfreibetrag wird ab dem Jahr 2026 auf 15 Millionen US-Dollar pro Person angehoben. Zuvor war geplant gewesen, den bisherigen Betrag von rund 13,99 Millionen US-Dollar auf etwa 7 Millionen zurückzuführen.
Das neue Gesetz mit dem medienwirksamen Namen „One Big Beautiful Act“ (OBBA) wurde rechtzeitig zum 4. Juli – dem amerikanischen Unabhängigkeitstag – von Präsident Donald Trump unterzeichnet. Der republikanisch dominierte Kongress setzte damit eine seiner zentralen steuerpolitischen Forderungen um.
Ehegatten profitieren doppelt
Für Ehepaare gilt wie bisher: Nicht genutzte Freibeträge eines verstorbenen Ehepartners können auf den überlebenden Partner übertragen werden. Damit steigt der gemeinsame steuerfreie Betrag für Paare im Jahr 2026 auf rund 30 Millionen US-Dollar.
Auch zu Lebzeiten verschenktes Vermögen wird weiterhin auf den Erbschaftsfreibetrag angerechnet – die Freibeträge für Schenkung und Erbschaft sind in den USA identisch.
Steuersätze bleiben – kaum jemand betroffen
Die eigentlichen Erbschaftssteuersätze wurden durch das neue Gesetz nicht verändert. Sie liegen weiterhin gestaffelt zwischen 18 % und 40 %, abhängig vom Wert der zu versteuernden Erbmasse. Damit bleibt der Höchstsatz deutlich unter dem früheren Spitzensatz von 55 % im Jahr 2001.
Tatsächlich betrifft die Steuer ohnehin nur einen winzigen Teil aller Erbfälle: 2001 mussten rund 2,1 % aller Erbschaften in den USA versteuert werden, 2019 waren es nur noch 0,07 %. Selbst mit der geplanten Rückführung des Freibetrags wäre dieser Anteil laut Congressional Research Service lediglich auf 0,2 % gestiegen.
Die aktuelle Anhebung wird diesen Anteil voraussichtlich noch weiter senken. Gleichzeitig entgehen dem US-Staat dadurch laut Joint Committee on Taxation über 200 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen in den nächsten zehn Jahren.
Vorsicht vor Landessteuern
Trotz hoher Freibeträge auf Bundesebene müssen Erben auch weiterhin auf die Regelungen der Bundesstaaten achten. In derzeit 12 Bundesstaaten sowie dem District of Columbia gelten eigene Erbschafts- oder Nachlasssteuern – oft mit deutlich niedrigeren Freibeträgen und teilweise hohen Steuersätzen. In Massachusetts etwa liegt der Freibetrag bei nur 2 Millionen US-Dollar, in Washington betragen die Sätze bis zu 35 %.
Fazit
Während die Erbschaftssteuer für Superreiche in den USA weiter entschärft wird, bleibt sie in vielen Bundesstaaten relevant. Kritiker werfen dem OBBA vor, einseitig die Wohlhabendsten zu entlasten – und das auf Kosten des Bundeshaushalts. Für Durchschnittshaushalte bleibt der Effekt dagegen kaum spürbar.
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