Der Regierungsstillstand in den Vereinigten Staaten geht in den 13. Tag – ein Ende ist nicht in Sicht. Während sich Demokraten und Republikaner gegenseitig blockieren, zeigen sich immer deutlichere Auswirkungen auf den Alltag von Millionen Bürgerinnen und Bürgern.
Shutdown trifft Kultur, Reisen – und Jobs
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21 Smithsonian-Museen und der National Zoo in Washington mussten schließen, auch die beliebte Panda-Webcam ist offline.
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Flugreisende spüren die Krise ebenfalls: In Austin (Texas) sorgten Personalengpässe für ein temporäres Flugverbot. Landesweit kam es bereits mehrfach zu Verspätungen.
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Die Gewerkschaft AFGE spricht von 1.300 illegalen Entlassungen am US-Seuchenschutz CDC – darunter Mitarbeitende, die noch an den psychischen Folgen eines Attentats im August litten.
Trump in Nahost – Shutdown daheim
Während in Washington der Stillstand regiert, reiste US-Präsident Donald Trump nach Israel und Ägypten, um dort seine Gaza-Waffenruhe zu feiern. Die Opposition wirft ihm vor, sich „aus der Verantwortung zu stehlen“, während im Inland Tausende Beschäftigte um ihre Existenz bangen.
Trump versprach am Wochenende, dass US-Soldaten trotz Shutdown bezahlt würden – wie genau, ließ er offen. Sein Gehalt selbst ist laut Verfassung nicht von einem Regierungsstillstand betroffen. Er kündigte an, es auch diesmal spenden zu wollen.
Löhne gestoppt, aber Sozialleistungen laufen
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Sozialversicherungen wie Social Security, Medicare und Medicaid zahlen weiter aus.
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Der neue Inflationsausgleich für Rentner (COLA) soll trotz Verzögerungen am 24. Oktober veröffentlicht werden.
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Auch Lebensmittelhilfen (SNAP & WIC) laufen zunächst weiter – solange Mittel vorhanden sind.
Wirtschaftliche Auswirkungen: Immobilienmarkt gefährdet
Der Shutdown lähmt auch die Wirtschaft: Besonders betroffen ist die Nationale Flutversicherung (NFIP). Millionen Haushalte können derzeit keine neuen Policen abschließen – das betrifft bis zu 1.400 Immobilienkäufe täglich. Viele Banken wie Chase, Citi, USAA oder Bank of America bieten Hilfspakete für betroffene Kunden an.
Politik im Krisenmodus – Gespräche stocken
Im Senat ist am Dienstag (14. Oktober) der achte Versuch geplant, ein Übergangsbudget zu verabschieden – bisher scheiterten alle Anläufe an der nötigen 60-Stimmen-Hürde. Hauptstreitpunkt: Kürzungen im Gesundheitswesen, die Demokraten verhindern wollen.
Haussprecher Mike Johnson warnt bereits vor „einem der längsten Shutdowns der Geschichte“. Der bisherige Rekord lag bei 35 Tagen (2018/2019 – ebenfalls unter Trump).
Was passiert als Nächstes?
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Demokratische Abgeordnete wollen sich am 14. Oktober treffen, um den weiteren Kurs zu besprechen.
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Proteste gegen Massenentlassungen sind vor dem Office of Management and Budget in Washington angekündigt.
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Der nächste kritische Termin ist der 15. Oktober: Dann wäre eigentlich Zahltag für viele Soldaten und zivile Angestellte.
Hintergrund:
Der aktuelle Shutdown begann am 1. Oktober 2025, weil sich der Kongress nicht auf ein Haushaltsgesetz einigen konnte. Die Fronten sind verhärtet – die einen wollen Sozialkürzungen rückgängig machen, die anderen bestehen auf sie. Leidtragende sind vor allem die Bürgerinnen und Bürger.
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