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USA im Schockzustand – Vance Luther Boelter als mutmaßlicher Attentäter auf Abgeordnete gesucht

NoName_13 (CC0), Pixabay
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Die USA erleben einen politischen Erdrutsch, ausgelöst durch einen brutalen Anschlag auf Mitglieder der Demokratischen Partei in Minnesota. Im Zentrum der Ermittlungen: Vance Luther Boelter, ein Mann mit geheimnisvoller Vergangenheit, der nun landesweit gesucht wird. Das FBI hat eine Belohnung von bis zu 50.000 US-Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung und Verurteilung führen.

Boelter wird verdächtigt, sich als Polizist ausgegeben zu haben, um Zugang zu den Häusern der Opfer zu erhalten, dort mehrere Menschen erschossen und sich anschließend eine Schießerei mit der Polizei geliefert zu haben. Danach flüchtete er zu Fuß in der Region rund um Minneapolis.

Bei dem Anschlag wurden die demokratische Abgeordnete Melissa Hortman und ihr Ehemann Mark getötet. Zwei weitere Personen – der Senator John Hoffman und seine Ehefrau Yvette – wurden schwer verletzt. Die Behörden sprechen von einer gezielten politischen Tat.

Ein Doppelleben voller Widersprüche

Boelters Lebenslauf wirft mehr Fragen auf als er beantwortet. Mal gibt er sich als einfacher Angestellter in der Gastronomie aus, mal als international tätiger Sicherheitsexperte mit Einsätzen in Afrika, Osteuropa und dem Nahen Osten. Sein Lebensweg ist voller Brüche, sein berufliches Profil nebulös.

Offiziell lebte Boelter zuletzt in der Nähe von Green Isle, einer Kleinstadt mit rund 600 Einwohnern. Dort sei er jedoch politisch nie in Erscheinung getreten, wie Bürgermeister Shane Sheets USA TODAY mitteilte.

Boelter war 2019 vom damaligen Gouverneur Tim Walz in das „Workforce Development Board“ des Bundesstaates berufen worden – eine Art Beratungsgremium für Arbeitsmarktpolitik. Laut Walz’ Büro erfolgte die Ernennung im Rahmen der üblichen Verfahren, ohne persönliches Interview. Über 60 Mitglieder gehören dem Gremium an, es handelt sich um ehrenamtliche Positionen ohne Regierungsrang.

Der Spuk in Uniform

Für besondere Besorgnis sorgt die Tatsache, dass Boelter offenbar als Sicherheitschef einer Firma namens „Praetorian Guard Security Services“ tätig war. Diese bot unter anderem bewaffnete Streifen mit Fahrzeugen an, die wie echte Polizeiautos aussehen, einschließlich Ford Explorern in typischer Behördenlackierung.

Die Ermittler fanden in Boelters SUV nicht nur Uniformteile und Ausrüstung, sondern auch eine Liste mit Namen politischer Funktionäre sowie Dokumente mit dem Aufdruck „No Kings“ – ein möglicher Verweis auf staatskritische Bewegungen.

Ein Leben im Rückblick – und auf der Flucht

Boelter hat offenbar 1996 seinen Abschluss an der St. Cloud State University gemacht. Auf einer LinkedIn-Seite, die ihm zugeschrieben wird, suchte er noch im Mai Arbeit in der Gastronomie. 2022 trat er bei einem Webinar über Wirtschaftsbeziehungen zur Demokratischen Republik Kongo auf – vermittelt durch eine Drittfirma, wie das einladende Hilfswerk nun betonte.

Am Abend vor dem Anschlag soll Boelter seinem langjährigen Bekannten und Mitbewohner David Carlson eine rätselhafte SMS geschickt haben: „Ich könnte bald tot sein.“ Carlson zeigte die Nachricht an – zu spät.

Konsequenzen für Minnesota – und die USA?

Der Fall Boelter wirft ein grelles Licht auf Sicherheitslücken und die Radikalisierung Einzelner. Mit seiner Vergangenheit zwischen Provinz, Politik und Söldner-Mystik verkörpert er ein düsteres Symptom des gegenwärtigen gesellschaftlichen Klimas in den USA. Noch ist er auf der Flucht. Doch die Ermittlungen laufen auf Hochtouren – begleitet von der Angst vor möglichen weiteren Attacken.

Die Polizei warnt: Boelter gilt als bewaffnet und äußerst gefährlich.

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