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USA: Ab 2026 neue Einschränkungen für Lebensmittelhilfen in 18 Bundesstaaten – Süßigkeiten und Softdrinks verboten

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Millionen von Empfänger:innen des US-amerikanischen Lebensmittelhilfeprogramms SNAP (Supplemental Nutrition Assistance Program) müssen sich ab 2026 auf neue Einschränkungen beim Einkauf einstellen. Laut Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) dürfen in mindestens 18 Bundesstaaten bestimmte Produkte – darunter Limonade, Energydrinks und Süßigkeiten – nicht mehr mit den staatlichen Unterstützungsgeldern gekauft werden.

🍭 Was ist neu – und wann treten die Änderungen in Kraft?

Die ersten Bundesstaaten, die ab 1. Januar 2026 die neuen Vorgaben umsetzen, sind:

  • Indiana

  • Iowa

  • Nebraska

  • Utah

  • West Virginia

Im Laufe des Jahres folgen weitere 13 Bundesstaaten – darunter Texas, Florida, Virginia, Colorado, Hawaii und Missouri.

Ziel sei es, so das USDA, die „Integrität des Programms zu stärken“ und dessen „Nährwert“ zu erhöhen. Durch die neuen Regeln hätten die Bundesstaaten mehr Flexibilität, ungesunde Produkte auszuschließen.

🚫 Was darf nicht mehr gekauft werden?

Je nach Bundesstaat fallen unterschiedliche Produkte unter die neuen Einschränkungen. Beispiele:

  • Indiana verbietet den Kauf von Softdrinks und allen „süßstoffbasierten Süßigkeiten“, also etwa Schokoriegeln, Drops oder Gummibärchen.

  • Iowa schließt alle Produkte aus, die im Bundesstaat der Verkaufssteuer unterliegen – darunter auch Kaugummis, Limonaden, Schokotrailmixe und fertige Gerichte.

  • Nebraska untersagt explizit den Kauf von Energydrinks mit SNAP-Leistungen.

🍏 Befürworter: Gesundes Essen fördern – Kritiker: Diskriminierend und praxisfern

Befürworter der Maßnahme – wie etwa Iowas Gouverneurin Kim Reynolds – sehen darin einen notwendigen Schritt:

„Die hohen Fettleibigkeitsraten fordern ein Umdenken. Wir müssen gesunde Ernährung fördern und SNAP wieder auf seinen Kernauftrag zurückführen“, so Reynolds.

Doch es gibt auch scharfe Kritik. Ernährungsinitiativen und Sozialverbände wie das Food Action & Research Center argumentieren, dass die Änderungen nicht zur gesünderen Ernährung beitragen, sondern eher Verwirrung, Stigmatisierung und höhere Preise verursachen könnten.

Zudem seien die Vorgaben nicht alltagstauglich. So berichtet etwa Marc Craig, ein obdachloser SNAP-Empfänger aus Iowa:

„Ich würde gern frisches Gemüse essen – aber ich habe keinen Ort, um es zu lagern. Und in Notunterkünften darf man oft kein Essen mitbringen.“

📊 Wie viele Menschen sind betroffen?

  • Bereits im Januar 2026 werden rund 1,4 Millionen SNAP-Empfänger:innen in den fünf zuerst umstellenden Bundesstaaten betroffen sein.

  • Im Laufe des Jahres werden sich die Änderungen auf insgesamt rund 13 Millionen Menschen auswirken.

  • Zum Vergleich: Im Jahr 2024 nutzten landesweit rund 41 Millionen Amerikaner:innen das SNAP-Programm – damit ist es das größte staatliche Ernährungshilfeprogramm der USA.

🕰️ Ein Blick zurück – die Geschichte von SNAP

  • Das erste Lebensmittelhilfeprogramm der USA startete 1939, als Reaktion auf die Große Depression.

  • 1961 initiierte Präsident John F. Kennedy eine moderne Pilotversion.

  • 1964 machte Präsident Lyndon B. Johnson das Programm durch den „Food Stamp Act“ dauerhaft.

  • Seit 2008 trägt es den heutigen Namen SNAP, eingeführt durch ein Gesetz zur Ernährung, Landwirtschaft und Energie, das gegen das Veto von Präsident George W. Bush verabschiedet wurde.

🧾 Fazit

Die bevorstehenden Änderungen bei SNAP markieren einen tiefen Einschnitt in das US-Sozialsystem. Während die Regierung unter Trump mit dem Slogan „Make America Healthy Again“ auf gesundheitsfördernde Ernährung setzt, befürchten Kritiker eine ungleiche Behandlung von Bedürftigen – sowie praktische Probleme im Alltag.

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