Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2025 deutlich stärker zugelegt als bislang angenommen. Nach neuen Zahlen des Handelsministeriums wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni auf Jahresbasis um 3,8 %. Damit wurde die ursprüngliche Schätzung von 3 % und auch die zweite Berechnung von 3,3 % klar nach oben korrigiert.
Verbraucher geben den Takt vor
Ausschlaggebend für die positive Revision waren vor allem starke Konsumausgaben. Laut dritter Schätzung legten die privaten Konsumausgaben mit einer annualisierten Rate von 2,5 % zu – deutlich mehr als die zuvor gemeldeten 1,6 %. Auch der Rückgang der Importe trug zum kräftigen Wachstum bei, nachdem viele Unternehmen ihre Lagerbestände bereits vor Inkrafttreten neuer Trump-Zölle aufgestockt hatten.
„Der Unterschied zwischen erster und dritter Schätzung ist außergewöhnlich und liegt außerhalb des üblichen Rahmens“, erklärte Analyst Bret Kenwell von eToro. Die Datenlage sei in diesem Jahr „ungewöhnlich volatil“ und geprägt von politischer Unsicherheit.
Ausblick bleibt positiv
Auch im laufenden Quartal scheint die Dynamik anzuhalten. Die Federal Reserve Bank of Atlanta prognostiziert für das dritte Quartal ein solides Plus von 3,3 %. Erste offizielle Zahlen werden im kommenden Monat erwartet.
„Die Revision zeigt: Die US-Wirtschaft wächst in einem gesunden Tempo – trotz Handelsstreit und schwächerem Arbeitsmarkt“, sagte Paul Stanley, Chief Investment Officer von Granite Bay Wealth Management. Eine Rezession sei nicht in Sicht.
Risiken bleiben
Allerdings mehren sich die Anzeichen für eine Abkühlung am Arbeitsmarkt. Zwar bleibt die Zahl neuer Arbeitslosenanträge niedrig, doch die Anträge von entlassenen Bundesangestellten steigen zuletzt an. Auch das Verbrauchervertrauen hat wieder nachgelassen.
Auf der anderen Seite stützen aktuelle Daten den Optimismus:
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Einzelhandelsumsätze legten im Juli und August jeweils um 0,6 % zu.
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Aufträge für langlebige Güter stiegen im August um 2,9 % – vor allem durch eine starke Nachfrage nach Flugzeugen und Teilen.
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Ohne den Transportsektor blieb ein Plus von 0,4 %.
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Investitionen in Ausrüstung (ohne Verteidigung und Luftfahrt) erhöhten sich um 0,6 %, leicht weniger als im Vormonat.
Fazit
Die Zahlen unterstreichen die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft – getragen vor allem von den Konsumausgaben. Doch ein fragiler Arbeitsmarkt und anhaltende Handelsspannungen könnten das Wachstum in den kommenden Monaten bremsen.
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