Der US-Senat hat am 1. August mit 50 zu 45 Stimmen Kent als Unterstaatssekretär für Hochschulbildung im Bildungsministerium bestätigt – ein umstrittener Schritt, da Kent enge Verbindungen zur gewinnorientierten College-Branche (For-Profit Colleges) hat.
Kent war zuvor Vizepräsident für Regulierungsfragen beim umstrittenen Bildungskonzern Education Affiliates, der 2015 wegen mutmaßlichen Missbrauchs von Bundesmitteln einen Vergleich über 13 Millionen US-Dollar mit dem Justizministerium einging. Laut Unternehmen war Kent nicht direkt an den Vorwürfen beteiligt, dennoch kritisierten Bildungsexperten und Gewerkschaften seine Nähe zur Branche.
Keine öffentliche Anhörung – Kritik von Bildungsexperten
Die Entscheidung fiel ohne öffentliche Anhörung im Bildungsausschuss des Senats, was besonders bei Verbraucherschützern und Studierendenvertretungen auf Unverständnis stieß. Auch eine der Whistleblowerinnen im Fall Education Affiliates äußerte sich kritisch zu Kents Eignung für das Amt.
Befürworter loben Fachwissen – Gegner warnen vor Deregulierung
Befürworter betonen Kents Sachkenntnis und seine Arbeit unter Gouverneur Glenn Youngkin in Virginia, wo er für mehr Transparenz und Kostenkontrolle an Hochschulen gesorgt habe. Kritiker wie die demokratische Senatorin Ghazala Hashmi warfen ihm hingegen vor, Akkreditierungsprozesse geschwächt und Verbraucherschutzmaßnahmen untergraben zu haben.
Trotz seiner kontroversen Vita wurde Kent von Bildungsministerin Linda McMahon als „natürlicher Anführer“ gelobt. Auch einige Hochschulverbände unterstützten seine Nominierung – trotz grundsätzlicher Kritik an Trumps Bildungspolitik.
Kontext: Umgestaltung der US-Hochschulpolitik
Kents Ernennung erfolgt im Rahmen der Bemühungen der Trump-Regierung, das amerikanische Bildungssystem grundlegend umzustrukturieren – mit Fokus auf Deregulierung, Schulwahlfreiheit und stärkerer Kontrolle über Universitäten. Viele sehen in der Besetzung des Postens einen weiteren Schritt zur Stärkung profitorientierter Bildungsanbieter auf Kosten gemeinnütziger Hochschulen und Studierendeninteressen.
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