Die Regierung von Donald Trump hat die Harvard University wegen angeblich unzureichender Kooperation bei einer Bürgerrechtsuntersuchung verklagt. Das Justizministerium wirft der Eliteuniversität vor, angeforderte Daten nicht offengelegt zu haben, die klären sollen, ob bei Zulassungsverfahren unzulässig die Hautfarbe berücksichtigt wurde.
In der Klage, die vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Massachusetts eingereicht wurde, heißt es, Harvard habe relevante Unterlagen „rechtswidrig zurückgehalten“ und damit gegen Bestimmungen des Civil Rights Act verstoßen, die Diskriminierung aufgrund der Rasse untersagen. Hintergrund ist ein Urteil des Supreme Court of the United States aus dem Jahr 2023, wonach rassenbasierte Zulassungsverfahren an Hochschulen verfassungswidrig sind.
Harmeet Dhillon, Leiterin der Bürgerrechtsabteilung im Justizministerium, erklärte, die Bereitstellung angeforderter Daten sei eine „grundlegende Erwartung“ in jedem ernsthaften Prüfverfahren. Die Regierung betont jedoch, man werfe Harvard derzeit keine konkrete Diskriminierung vor und fordere weder Schadensersatz noch die Streichung von Bundesmitteln. Ziel der Klage ist eine gerichtliche Anordnung, die Universität zur Herausgabe der Dokumente zu verpflichten.
Harvard erklärte auf Anfrage, man habe „in gutem Glauben“ auf die Anfragen reagiert und sei weiterhin zu Gesprächen im gesetzlichen Rahmen bereit. Zugleich wies die Universität den Vorwurf staatlicher Einflussnahme zurück und betonte, sie werde weder ihre Unabhängigkeit noch ihre verfassungsmäßigen Rechte aufgeben.
Nach eigenen Angaben hat Harvard seine Zulassungsverfahren bereits angepasst: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten während des Auswahlprozesses keinen Zugang zu Angaben über Rasse oder ethnische Zugehörigkeit der Bewerber. Auch Alumni-Interviewer seien angewiesen, entsprechende Aspekte nicht zu thematisieren.
Die Klage ist der jüngste Höhepunkt eines langjährigen Konflikts. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung milliardenschwere Forschungsgelder für Harvard eingefroren. Ein Bundesgericht hob diese Entscheidung später auf und verwies auf die Meinungsfreiheit der Universität. Das Weiße Haus kündigte jedoch an, weiter juristisch gegen Harvard vorzugehen.
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