Die traditionsreiche US-Pharmakette Rite Aid, einst bekannt für ihre Apotheken und Eistheken, hat endgültig alle Filialen geschlossen. Auf ihrer Website teilte das Unternehmen am Freitag mit: „Unsere Geschäfte sind nun geschlossen. Wir danken unseren treuen Kunden für viele Jahre der Unterstützung.“
Insolvenz und Schuldenlast
Rite Aid hatte im Mai 2025 zum zweiten Mal seit Oktober 2023 Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Grund waren massive Verluste und eine weiterhin hohe Schuldenlast von rund 2,5 Milliarden Dollar, die das Unternehmen trotz eines ersten Sanierungsversuchs nicht abbauen konnte. Bereits 2023 hatte Rite Aid 750 Millionen Dollar Verlust in nur einem Geschäftsjahr gemeldet.
Zusätzlich belasteten das Unternehmen hunderte Klagen im Zusammenhang mit der Opioid-Krise in den USA. Kläger warfen Rite Aid vor, Warnsignale beim massenhaften Verschreiben von Schmerzmitteln ignoriert zu haben.
Übergang der Apothekendienste
Nach eigenen Angaben hat Rite Aid Vereinbarungen getroffen, um die Kundenrezepte an andere große Ketten wie CVS, Walgreens, Albertsons, Kroger und Giant Eagle zu übertragen. Ziel sei ein „reibungsloser Übergang“, damit Patienten ihre Medikamente weiterhin ohne Unterbrechung erhalten können.
Die Website bietet nur noch zwei Funktionen: eine Suchhilfe zur Auffindung neuer Apotheken sowie ein Portal, um frühere Rezeptdaten anzufordern.
Verkauf der Kult-Eismarke
Bekannt war Rite Aid auch für seine hauseigene Eismarke Thrifty Ice Cream, die in vielen Filialen verkauft wurde. Im Juni 2025 wurde die Marke für 19,2 Millionen Dollar an Hilrod Holdings veräußert – eine Transaktion, die im Juli von einem Gericht genehmigt wurde.
Vom Marktführer zum Insolvenzfall
Gegründet 1962 in Scranton, Pennsylvania, wuchs Rite Aid zu einer der größten Apothekenketten der USA. Auf dem Höhepunkt betrieb das Unternehmen mehrere tausend Filialen. Im Mai 2025 waren noch rund 1.240 Standorte in 15 Bundesstaaten geöffnet – bis nun das endgültige Aus kam.
Mit der Schließung reiht sich Rite Aid in eine ganze Reihe von US-Handelsketten ein, die in den letzten Jahren aufgrund von Schulden, veränderten Konsumgewohnheiten und wachsendem Druck durch Online-Konkurrenz aufgeben mussten.
Kommentar hinterlassen