Die Corporation for Public Broadcasting (CPB), eine zentrale Institution der öffentlich finanzierten Medien in den USA, hat am 5. Januar ihre Auflösung bekannt gegeben. Der Schritt folgt auf die Entscheidung des US-Kongresses, mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln zurückzufordern – ein Budget, das für die kommenden zwei Jahre vorgesehen war.
Laut CPB sei die Entscheidung zur Selbstauflösung durch „anhaltende politische Angriffe“ und den Wegfall staatlicher Unterstützung unausweichlich geworden. „Diese Entwicklungen haben es unmöglich gemacht, die Arbeit im Sinne des Public Broadcasting Act fortzuführen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.
Trumps Kritik und massive Budgetkürzungen
Die Organisation wurde 1967 durch den Public Broadcasting Act gegründet, um qualitativ hochwertige, vielfältige und objektive Inhalte für Radio und Fernsehen zu fördern – insbesondere über die öffentlich-rechtlichen Sender PBS und NPR. Zu den bekanntesten geförderten Programmen zählen Sesame Street, Mister Rogers‘ Neighborhood, NOVA, Frontline und die Sendereihe Masterpiece.
Ex-Präsident Donald Trump hatte bereits in früheren Amtszeiten gefordert, die Finanzierung für NPR und PBS einzustellen, da diese „keine faire und ausgewogene Berichterstattung“ bieten würden. Im Juli 2025 beschloss der Kongress schließlich die Rückforderung von Fördermitteln – eine Entscheidung, die im August zur Ankündigung eines geordneten Rückzugs der CPB führte.
Schwerpunkt auf lokalen Sendern und ländlichen Regionen
Über 70 % der Fördergelder der CPB flossen bislang an lokale, öffentlich-rechtliche Sender – vor allem in ländlichen Regionen. Dort könnten die Kürzungen besonders drastische Folgen haben, da alternative Informationsquellen oft fehlen.
Stellenabbau und Archivierung
Die Organisation beschäftigte zuletzt rund 100 Mitarbeitende. Bereits zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September 2025 wurden die meisten Stellen gestrichen. Ein kleineres Team bleibt noch bis Januar 2026 im Dienst, um die vollständige Auflösung verantwortungsvoll abzuwickeln. Ein Teil der verbleibenden Mittel soll für Archivierungsprojekte verwendet werden, etwa zur Unterstützung des American Archive of Public Broadcasting und in Kooperation mit der University of Maryland, um die historischen Inhalte langfristig zu sichern.
Stimmen zum Abschied
Patricia Harrison, Präsidentin und CEO der CPB, lobte den Beitrag der Organisation zur amerikanischen Gesellschaft: „Unsere Aufgabe war es, Menschen aller Herkunft und Regionen mit unabhängigen Inhalten zu versorgen.“ Die Entscheidung zur Auflösung sei notwendig gewesen, um die Integrität des öffentlichen Mediensystems zu bewahren.
Die Vorsitzende des CPB-Verwaltungsrats, Ruby Calvert, nannte die Entwicklung „verheerend“, zeigte sich jedoch hoffnungsvoll: „Ich bin überzeugt, dass die öffentliche Medienlandschaft überleben wird. Eine neue Kongressmehrheit wird den unschätzbaren Wert öffentlich-rechtlicher Medien für Bildung, Kultur und Demokratie wiedererkennen.“
Kommentar hinterlassen