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US-Haushaltsstreit trifft Bedürftige: 42 Millionen Menschen ohne Lebensmittelhilfe

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Ab dem 1. November 2025 erhalten rund 42 Millionen US-Bürger keine Unterstützung mehr aus dem SNAP-Programm („Food Stamps“) – zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte des Programms. Grund ist der weiterhin andauernde Streit im US-Kongress, der zu einem Regierungsstillstand geführt hat. Die Bundesregierung sieht sich laut Landwirtschaftsministerium (USDA) rechtlich nicht mehr in der Lage, auf Notfallreserven zuzugreifen.

Für Millionen Familien bedeutet das: kein Geld für Lebensmittel. Allein in Florida berichtet eine Mutter von vier Kindern, dass sie kurz vor der Zwangsräumung steht und nicht weiß, wie sie ihre Familie versorgen soll. Die Lage ist dramatisch – besonders für Haushalte mit Kindern, Senioren oder Menschen mit Behinderung, die zu den Hauptempfängern gehören.

Einige Bundesstaaten wie Virginia, Kalifornien und New York versuchen, mit eigenen Notfallprogrammen gegenzusteuern. In Virginia etwa stellt die Regierung wöchentliche Ersatzleistungen bereit. Auch Kalifornien mobilisiert die Nationalgarde zur Unterstützung von Tafeln. Doch die Lücken, die der Wegfall der Bundesmittel reißt, sind riesig. Ein einziger Monat ohne SNAP bedeutet etwa 140 Millionen Dollar weniger für Oregon oder 225 Millionen Dollar für Massachusetts – Summen, die die Staaten kaum aufbringen können.

Der Streit um die Finanzierung des Programms ist dabei auch politisch aufgeladen. Demokraten werfen Republikanern vor, bewusst Hunger als Druckmittel im Haushaltsstreit einzusetzen. Die Republikaner wiederum berufen sich auf rechtliche Hürden bei der Nutzung von Notfallmitteln. Während sich die politische Führung gegenseitig die Schuld zuschiebt, stehen Millionen von Menschen ohne Hilfe da.

Viele Staaten verweisen nun auf Tafeln, Kirchen und Spendenorganisationen, die helfen sollen, den Engpass zu überbrücken. Diese wiederum rufen dringend zu Spenden auf, denn sie rechnen mit einem drastischen Anstieg der Nachfrage.

In einem der wohlhabendsten Länder der Welt droht eine humanitäre Krise – nicht wegen Naturkatastrophen, sondern durch politische Blockade. Hunger darf kein Verhandlungsinstrument sein – das fordern inzwischen Politiker beider Lager, Helfer und Betroffene unisono.

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