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US-Handelsdefizit erreicht trotz Trumps Zöllen neuen Höchststand

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Trotz umfassender Strafzölle der US-Regierung ist das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr weiter gestiegen und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht, überstieg der Wert der importierten Waren erneut deutlich den der exportierten Güter.

Das Defizit im Warenhandel weitete sich im Vergleich zu 2024 um 2,1 Prozent aus und lag bei rund 1,2 Billionen US-Dollar (etwa 890 Milliarden Pfund). Damit läuft die Entwicklung einem zentralen Ziel des Weißen Hauses zuwider: Präsident Donald Trump hatte mit seinen Zöllen angekündigt, das Handelsdefizit zu verringern und die Abhängigkeit von ausländischen Produkten zu reduzieren.

Zölle sollten Produktion im Inland stärken

Im vergangenen Jahr verhängte Trump Zölle von mindestens zehn Prozent auf Waren aus nahezu allen Ländern der Welt. Ziel war es, die heimische Produktion zu stärken und US-Unternehmen bessere Exportchancen zu verschaffen. Teilweise lagen die Abgaben deutlich höher als vor früheren Handelsabkommen.

Die Maßnahmen sorgten weltweit für wirtschaftliche Turbulenzen und Unsicherheit in vielen Branchen. Dennoch kam der internationale Handel nicht zum Erliegen – vielmehr veränderten sich die Handelsströme.

Importe auf Rekordniveau

Die US-Importe von Waren erreichten mit 3,4 Billionen Dollar einen neuen Höchststand, wie das Bureau of Economic Analysis mitteilte. Teilweise hatten Unternehmen zu Jahresbeginn ihre Bestellungen vorgezogen, um den höheren Zöllen zuvorzukommen.

Ein wesentlicher Treiber war der Boom bei Investitionen in Künstliche Intelligenz. Die Nachfrage nach Computerteilen und technischer Ausrüstung ließ die Einfuhren in diesem Bereich deutlich steigen.

Auch die Exporte legten insgesamt zu und erreichten ebenfalls ein Rekordniveau – trotz rückläufiger Ausfuhren bei Lebensmitteln, Autos und Autoteilen, die besonders stark von den Handelsmaßnahmen betroffen waren.

Rückgang im Handel mit China – neue Rekorde anderswo

Der Handel zwischen den USA und China – einem der ersten Ziele der Zollpolitik – ging deutlich zurück. Das bilaterale Defizit verringerte sich um rund 30 Prozent auf 202,1 Milliarden Dollar, den niedrigsten Stand seit etwa zwei Jahrzehnten.

Gleichzeitig verzeichneten die USA jedoch neue Rekorddefizite gegenüber anderen Ländern, darunter Mexiko, Vietnam und Taiwan. Unternehmen scheinen Lieferketten teilweise verlagert zu haben, anstatt ihre Produktion vollständig in die USA zurückzuholen.

Berücksichtigt man neben Waren auch Dienstleistungen wie Tourismus oder digitale Services, lag das gesamte Handelsdefizit bei 901,5 Milliarden Dollar – nahezu unverändert im Vergleich zu 903,5 Milliarden Dollar im Jahr 2024.

Unsicherheit über langfristige Wirkung

Das Weiße Haus betont, dass die Maßnahmen Zeit benötigten, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Allerdings haben wiederholte Anpassungen und Drohungen mit weiteren Zöllen für erhebliche Planungsunsicherheit gesorgt.

Zuletzt unterzeichnete Trump eine Verfügung, nach der Länder, die weiterhin mit dem Iran Handel treiben, mit zusätzlichen US-Zöllen rechnen müssen.

Parallel prüft der Oberste Gerichtshof derzeit eine Klage mehrerer Bundesstaaten und Unternehmen gegen die Zollpolitik. Sollte die Regierung unterliegen, könnten große Teile der im vergangenen Jahr verhängten Zölle aufgehoben werden. Vertreter des Weißen Hauses erklärten jedoch bereits, man sei bereit, in diesem Fall alternative rechtliche Instrumente zu nutzen, um die Maßnahmen erneut einzuführen.

Lieferketten im Wandel

Analysten der Investmentbank Wells Fargo erwarten weitere Anpassungen der globalen Lieferketten, gehen jedoch davon aus, dass die US-Importe trotz Zöllen moderat weiter steigen könnten.

Eine Untersuchung des JP Morgan Chase Institute ergab zudem, dass viele mittelständische Unternehmen bereits vor Inkrafttreten der neuen Zölle begannen, ihre Geschäftsbeziehungen von China weg zu verlagern. Insgesamt blieben die ausländischen Importe im Jahresverlauf weitgehend stabil – obwohl sich die monatlichen Zollzahlungen etwa verdreifachten.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die umfassenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Handelspolitik möglicherweise erst mit zeitlicher Verzögerung sichtbar werden – auch aufgrund anhaltender politischer Unsicherheit und der Schwierigkeit, alternative Lieferanten zu finden.

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