Wie aus einem internen Schreiben hervorgeht, das CNN vorliegt, entlässt das US-Außenministerium am Freitag (11. Juli 2025) mehr als 1.300 Beschäftigte im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen der Trump-Regierung, den Bundesapparat drastisch zu verkleinern und stärker auf ihre außenpolitischen Prioritäten auszurichten.
Zahlen und Fakten:
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Betroffen sind 1.107 zivile Mitarbeiter*innen und 246 Angehörige des diplomatischen Auswärtigen Dienstes (Foreign Service Officers).
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Die Entlassungsbenachrichtigungen werden per E-Mail verschickt.
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Insgesamt sollen rund 3.000 Personen die Behörde verlassen – darunter auch Freiwillige.
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Die Maßnahme erfolgt, während Außenminister Marco Rubio sich auf dem Rückflug aus Malaysia befindet.
Ziel der Umstrukturierung:
Laut Mitteilung des Ministeriums soll der Fokus künftig stärker auf „diplomatischen Prioritäten“ liegen. Entlassen werden vorrangig Mitarbeitende in „nicht-kerntätigen Bereichen“, in Doppelstrukturen oder dort, wo „Effizienz durch Zentralisierung“ möglich sei. Die Personalmaßnahmen seien dabei „funktions-, nicht personenbezogen“.
Kritik:
Insbesondere der Zeitpunkt der Maßnahmen stößt auf Kritik. Angesichts globaler Krisen wie in der Ukraine, im Nahen Osten oder mit dem Iran warnen viele Beobachter vor einem Verlust an diplomatischer Handlungsfähigkeit.
Thomas Yazdgerdi, Präsident der US-Diplomatengewerkschaft (AFSA), erklärte, diese Kürzungen kämen „zur Unzeit“ und würden nicht nur die Moral, sondern auch Rekrutierung und Personalbindung langfristig schwächen. Besonders problematisch sei, dass die Eigenheiten des diplomatischen Dienstes – wie das flexible Rotationsprinzip – bei den Kürzungen offenbar kaum berücksichtigt wurden.
Auch werde befürchtet, dass wichtige US-Auslandsvertretungen personell weiter unterbesetzt bleiben, während globale Konkurrenten wie China ihre diplomatischen Netzwerke massiv ausbauen.
Zukunft ungewiss:
Derzeit sind keine Kürzungen an Auslandsstandorten geplant. Wie hoch die tatsächlichen Einsparungen für den US-Haushalt ausfallen, konnte das Außenministerium bisher nicht beziffern.
Außenminister Marco Rubio verteidigte die Maßnahme am Donnerstag als „die wohl sorgfältigste Umsetzung einer Ministerialreform, die es je gegeben hat“.
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