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Ursprung und Entwicklung des Antisemitismus

camellia_sasanqua (CC0), Pixabay
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1. Antike Wurzeln

  • Schon im Altertum gab es Vorurteile gegen Jüdinnen und Juden.

  • Im Römischen Reich stießen jüdische Gemeinden oft auf Misstrauen, weil sie sich weigerten, die römischen Götter zu verehren, und an ihrem monotheistischen Glauben festhielten.

  • Diese Abgrenzung führte dazu, dass Juden als „fremd“ wahrgenommen wurden.

2. Religiöser Antijudaismus im Mittelalter

  • Mit dem Aufstieg des Christentums verschärfte sich die Lage.

  • Juden wurden über Jahrhunderte fälschlich als „Gottesmörder“ (wegen der Kreuzigung Jesu) diffamiert.

  • Sie lebten oft in eigenen Vierteln („Ghettos“) und wurden von vielen Berufen ausgeschlossen.

  • Immer wieder kam es zu Pogromen, z. B. während der Kreuzzüge.

  • Dazu kamen wirtschaftliche Vorurteile: Da Christen lange Zeit keinen Zins nehmen durften, waren jüdische Geldverleiher oft die Einzigen, die Kredite gaben. Das machte sie angreifbar für den Vorwurf der „Wuchererei“.

3. Frühe Neuzeit

  • Vertreibungen aus Spanien (1492) und anderen Ländern Europas zeigten, dass Juden als Sündenböcke für Krisen dienten.

  • Der religiöse Antijudaismus verfestigte sich in vielen Gesellschaften.

4. Entstehung des modernen Antisemitismus im 19. Jahrhundert

  • Mit der Aufklärung und Emanzipation erhielten Juden mehr Rechte. Gleichzeitig wuchs in vielen Gesellschaften ein neues Ressentiment.

  • „Antisemitismus“ als Begriff entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Er bezeichnete nun nicht mehr nur religiöse Vorurteile, sondern auch eine pseudowissenschaftliche, rassistische Ideologie, die Juden angeblich als „anders“ und „minderwertig“ darstellte.

  • Nationalistische Bewegungen stilisierten Juden oft als „Fremdkörper“ in der Nation.

5. Höhepunkt im 20. Jahrhundert

  • Der Antisemitismus erreichte seinen grausamsten Höhepunkt im Nationalsozialismus.

  • Millionen Jüdinnen und Juden wurden systematisch entrechtet, verfolgt und im Holocaust ermordet.

  • Diese Verbrechen haben gezeigt, wozu Hass, Vorurteile und Verschwörungstheorien führen können.

6. Gegenwart

  • Trotz Aufklärung, Holocaust-Erinnerung und Menschenrechten existiert Antisemitismus weiter – heute oft in Form von:

    • klassischen Vorurteilen („reiche Juden“, „geheime Macht“)

    • Verschwörungserzählungen (z. B. über Finanzsysteme oder Globalisierung)

    • importiertem oder religiös verbrämtem Judenhass

    • offenen Angriffen auf jüdische Einrichtungen und Menschen.


Warum hält sich Antisemitismus so lange?

  • Sündenbock-Mechanismus: In Krisenzeiten werden Minderheiten oft für Probleme verantwortlich gemacht.

  • Vorurteile und Traditionen: Jahrhunderte alte Stereotype haben sich tief in Kulturen eingebrannt.

  • Verschwörungstheorien: Sie bieten einfache Antworten auf komplexe Probleme – und Juden wurden darin oft zur Projektionsfläche gemacht.


👉 Zusammengefasst: Antisemitismus ist aus einer Mischung von religiösen Vorurteilen, sozialer Ausgrenzung, wirtschaftlichen Spannungen und später rassistischen Ideologien entstanden – und hat sich über die Jahrhunderte immer wieder an neue gesellschaftliche Situationen angepasst.

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