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UNESCO adelt Bayerns Königsschlösser – Märchenkitsch jetzt offiziell Welterbe

muenzi1958 (CC0), Pixabay
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Es ist offiziell: Bayerns Prunkbauten im Disney-Stil dürfen sich ab sofort mit dem UNESCO-Welterbe-Siegel schmücken. Schloss Neuschwanstein, Schloss Herrenchiemsee, Schloss Linderhof und das Königshaus am Schachen sind nun nicht nur Traumziele für Touristen in Wandersandalen – sondern auch „außergewöhnlich wertvoll für die gesamte Weltgemeinschaft“, so die Unesco. Jawohl, Weltgemeinschaft. Nicht nur für Influencer auf Selbstfindungstrip.

Die Entscheidung traf das Welterbe-Komitee in Paris, wo man zwischen Croissants und Champagner offenbar beschlossen hat: Wenn schon Versailles, dann bitte auch das bayerische Gegenstück mit mehr Alpenblick und weniger Sonnenkönig, aber doppelt so viel Exzentrik.

Ludwig II. – der Bauherr mit der größten Fantasie Bayerns (und dem kleinsten Bezug zur Haushaltsdisziplin)

Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, nannte die vier Schlösser „architektonische Meisterwerke“ und eine „hervorragende Würdigung der künstlerischen Vorstellungskraft – und Exzentrik – des Märchenkönigs“. Treffend! Denn wer sonst kommt auf die Idee, mitten in die Berge ein Schloss zu pflanzen, das aussieht, als wäre es einem Opernlibretto von Richard Wagner entsprungen?

Bayerns Kunstminister Markus Blume war natürlich aus dem Häuschen – „Wir freuen uns unbändig“, jubelte er. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sah gar einen „weltweiten Ritterschlag“ für die bayerische Baukunst. Weltweiter Ritterschlag? Also wenn jemand weiß, wie man große Worte für große Steine findet, dann die CSU.

Neuschwanstein – das Selfie-Mekka mit Türmchen

Neuschwanstein ist natürlich der Star unter den vier Schlössern. Der Inbegriff des Märchenschlosses. Romantische Türmchen, dramatische Bergkulisse, immer ein bisschen Nebel für das perfekte Instagram-Bild. Dass es nie ganz fertig wurde? Egal. Auch halbe Schlösser haben Gefühle – und Weltkulturerbe-Potenzial.

Herrenchiemsee? Ludwigs persönlicher Versuch, Versailles nach Bayern zu teleportieren. Linderhof? Ein barockes Gesamtkunstwerk mit Fontänen und Gartenlust. Und das Königshaus am Schachen? Ein alpiner Rückzugsort, wo Ludwig mit Blick auf die Berge und ohne störende Untertanen in Ruhe seinen inneren Orient träumen konnte.

55 Mal Welterbe – und bald auch Weltrekord?

Mit den Königsschlössern hat Deutschland jetzt stolze 55 UNESCO-Welterbestätten. Bayern allein kommt schon auf elf. Wenn das so weitergeht, braucht der Freistaat bald eigene UNESCO-Parkplätze.

Aber nicht alle sind aus dem Häuschen: In Schwangau, der Heimat von Neuschwanstein, gab es 2023 einen Bürgerentscheid – aus Angst vor noch mehr Touristen mit Selfiestick und Tagesrucksack. Die Mehrheit entschied sich dennoch für die Bewerbung. Der bayerische Pragmatismus siegt eben: Wenn schon Trubel, dann wenigstens mit Welterbe-Glanz.

Fazit: Ludwig II. hat’s gewusst: Wenn schon wahnsinnig bauen, dann bitte so schön, dass es 150 Jahre später UNESCO-Gütesiegel bekommt. Gratulation, Bayern – euer Märchenkönig hat’s in den Architektur-Olymp geschafft.

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