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Umfrage zeigt: Viele Amerikaner leiden unter hohen Lebenshaltungskosten – trotz Trumps Optimismus

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Während Präsident Donald Trump bei Wahlkampfveranstaltungen eine florierende Wirtschaft preist und Warnungen vor hoher Inflation als Erfindung der Demokraten verspottet, zeichnet eine neue Umfrage ein deutlich düstereres Bild: Viele Amerikaner spüren die wirtschaftliche Erholung nicht – und greifen zu drastischen Maßnahmen, um über die Runden zu kommen.

Laut einer am 11. Dezember veröffentlichten Umfrage der progressiven Denkfabrik The Century Foundation, die exklusiv mit USA TODAY geteilt wurde, spricht die Organisation von einer „Erschwinglichkeitskrise“, die besonders die Arbeiterklasse hart trifft.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage unter 1.425 registrierten Wählern:

  • 29 % haben medizinische Behandlungen aus Kostengründen verschoben oder ausgelassen.

  • 24 % verzichteten auf ärztlich verschriebene Medikamente.

  • 64 % kaufen billigere Lebensmittel oder reduzieren ihren Einkauf.

  • 34 % gaben an, eine Mahlzeit ausgelassen zu haben, um Geld zu sparen.

  • 48 % mussten auf Ersparnisse zurückgreifen, um grundlegende Ausgaben zu decken.

Besonders betroffen sind junge Menschen, People of Color, Frauen und Personen ohne College-Abschluss. So haben beispielsweise 54 % der unter 30-Jährigen mindestens einmal eine Mahlzeit ausgelassen.

Trumps Rhetorik trifft auf Realitätsschock

Trump, der die steigenden Preise vor allem dem früheren Präsidenten Joe Biden anlastet, behauptete kürzlich: „Die Inflation ist im Grunde verschwunden“ und bewertete die Wirtschaft mit einem selbstvergebenen „A-plus-plus-plus-plus-plus“. In seiner Rede am 9. Dezember in Mount Pocono verspottete er das Thema „Erschwinglichkeit“ als demokratische „Wahlkampflüge“:

„Sie haben ein neues Wort. Es heißt ‚Erschwinglichkeit‘. Sie schauen in die Kamera und sagen: ‚Diese Wahl dreht sich um Erschwinglichkeit‘. Ich kann es nicht ‚Erschwinglichkeits-Hoax‘ nennen, weil die Preise tatsächlich zu hoch waren – aber sie wollen so tun, als wäre das meine Schuld.“

Tatsächlich zeigen die Daten: Trotz sinkender Benzinpreise (im Dezember erstmals seit vier Jahren unter 3 Dollar pro Gallone) glauben 82 % der Befragten, dass die Preise in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

Schwierige Lage der Arbeiterklasse

Besonders stark unter Druck stehen nicht-akademisch gebildete Arbeitnehmer – traditionell ein Kernsegment von Trumps Wählerbasis. Sie berichten deutlich häufiger als Akademiker von:

  • Verzicht auf Mahlzeiten (41 % vs. 23 %)

  • Aufgeschobener medizinischer Versorgung (34 % vs. 21 %)

  • Nutzung riskanter Finanzierungen wie „Buy Now, Pay Later“ (36 % vs. 24 %)

  • Inanspruchnahme von Zahltagkrediten (19 % vs. 10 %)

Die Umfrage zeigt auch: Viele dieser Wähler machen Konzerne und Wohlhabende für das „manipulierte System“ verantwortlich, das ihre finanzielle Lage verschärft. So wollen 88 % ein Verbot von Krankenkassen, ärztlich empfohlene Behandlungen abzulehnen, und 86 % sprechen sich für ein Verbot von Unternehmensspenden in der Politik aus.

„Menschen haben nicht nur finanzielle Sorgen – sie sind wütend,“ sagte Julie Margetta Morgan, Präsidentin der Century Foundation. „Und sie wollen, dass endlich jemand dafür zur Rechenschaft gezogen wird.“

Demokraten sehen Chance für 2026

Die Demokraten, die bei den Gouverneurswahlen 2025 mit wirtschaftsnahen Botschaften punkten konnten, planen, das Thema Erschwinglichkeit als Wahlkampfschlager in den Midterms 2026 zu nutzen, um Mehrheiten in Kongress und Senat zurückzugewinnen.

Senator Chris Murphy (Demokrat, Connecticut) sagte dazu:

„Wir haben die Chance, als Partei der Arbeiter und der Mittelschicht aufzutreten – aber nur, wenn wir den Mut haben, die Machtkonzentration in Konzernen zu brechen.“

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