In Indonesien sind mehr als 360 Menschen erkrankt, nachdem sie im Rahmen des staatlichen Programms für kostenlose Schulmahlzeiten gegessen hatten. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Sragen und stellt den bislang größten bekannten Fall von Lebensmittelvergiftung im Rahmen des Vorzeigeprojekts von Präsident Prabowo Subianto dar. Seit dem Start des Programms im Januar gab es landesweit bereits über 1.000 Betroffene.
Massenvergiftung mit typischen Symptomen
Betroffene – darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler – klagten über starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall. Ein Neuntklässler berichtete, er sei mitten in der Nacht von Krämpfen geweckt worden, viele seiner Mitschüler schilderten ähnliche Beschwerden in sozialen Medien. Die betroffenen Mahlzeiten bestanden aus Kurkuma-Reis, Omelettstreifen, gebratenem Tempeh, Salat, Apfelscheiben und Milch. Zubereitet wurden sie in einer zentralen Küche, die nun vorübergehend geschlossen wurde. Laboruntersuchungen sollen die Ursache klären.
Großes Budget, aber schleppende Umsetzung
Das Programm verfügt 2025 über ein Budget von rund 171 Billionen Rupiah (etwa 10,6 Milliarden US-Dollar) und soll bis Jahresende 83 Millionen Menschen – darunter Schulkinder und schwangere Frauen – erreichen. Tatsächlich wurden bislang jedoch nur knapp 5 Millionen Menschen versorgt, und weniger als 3 % der Mittel wurden ausgezahlt.
Wiederholte Vorfälle mit ähnlichem Muster
Der Fall in Sragen ist nicht der erste Zwischenfall. Bereits im Mai erkrankten in West-Java mehr als 200 Schüler, nachdem in den Mahlzeiten Salmonellen und E.-coli-Bakterien nachgewiesen wurden. Ursachen waren laut einer parlamentarischen Untersuchung mangelnde Hygiene, kontaminierte Zutaten, unzureichende Lagerung und verzögerte Essensausgabe.
Kritik an Umsetzung und Kontrollen
Kritiker werfen der Regierung vor, das Projekt überstürzt eingeführt zu haben, ohne ausreichende Sicherheits- und Kontrollmechanismen. Eltern und Lehrer fordern inzwischen eine vorübergehende Aussetzung des Programms, bis klare Hygienestandards sichergestellt sind.
Regierung reagiert
Die nationale Ernährungsbehörde kündigte an, die Hygienevorgaben für Küchen und Lieferketten zu verschärfen. Präsident Subianto erklärte, die Sicherheit der Kinder habe oberste Priorität: „Unser Ziel ist null Vergiftungsfälle.“
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