Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) wird die bevorzugten Sicherheitskontrollen für TSA PreCheck vorerst doch nicht aussetzen. Zuvor hatte die Behörde angekündigt, das Programm im Zuge des andauernden teilweisen Regierungsstillstands vorübergehend zu stoppen.
„Derzeit bleibt TSA PreCheck ohne Änderungen für Reisende in Betrieb“, erklärte ein Sprecher der Transportation Security Administration (TSA) gegenüber USA TODAY. Sollten personelle Engpässe auftreten, werde man die Abläufe im Einzelfall prüfen und entsprechend anpassen. Sonderbegleitungen – etwa für Mitglieder des Kongresses – seien jedoch ausgesetzt worden, damit sich die Beamten auf die Sicherung des Luftverkehrs konzentrieren könnten.
Noch am späten Samstag hatte das DHS mitgeteilt, sowohl TSA PreCheck als auch das Global-Entry-Programm ab Sonntag, 22. Februar, 6:00 Uhr (ET), auszusetzen – revidierte diese Entscheidung jedoch kurze Zeit später.
Bereits zuvor hatte ein ranghoher TSA-Vertreter gewarnt, dass ein länger andauernder Haushaltsstillstand zu erheblichen Störungen im Reiseverkehr führen könne, darunter längere Wartezeiten, Verzögerungen und sogar Flugausfälle.
Auswirkungen für Millionen Reisende möglich
Sollte es doch noch zu Einschränkungen kommen, wären Millionen Reisende betroffen, die für beschleunigte Sicherheitskontrollen oder schnellere Einreiseabfertigung bezahlt haben.
TSA PreCheck zählt mehr als 20 Millionen Mitglieder (Stand 2024). Die Teilnahme kostet zwischen 76,75 und 85 US-Dollar für fünf Jahre. Global Entry, das eine beschleunigte Zollabfertigung ermöglicht, hat über 12 Millionen Mitglieder und kostet 120 Dollar für fünf Jahre.
Zusammen umfassen die sogenannten Trusted-Traveler-Programme des DHS mehr als 40 Millionen vorab überprüfte Reisende.
Am Sonntagmorgen wurden am John-F.-Kennedy-Flughafen in New York weiterhin separate PreCheck-Spuren genutzt. Teilnehmer durften wie gewohnt Metalldetektoren statt Ganzkörperscannern verwenden.
Politischer Streit als Ursache
Der Regierungsstillstand geht auf eine Blockade im Kongress zurück, bei der es vor allem um Fragen der Einwanderungspolitik geht. Während die Verhandlungen andauern, arbeiten als „essenziell“ eingestufte TSA-Beamte ohne Bezahlung weiter.
DHS-Ministerin Kristi Noem erklärte, man priorisiere aktuell die „allgemeine Reisendenbevölkerung“. Die ursprünglich angekündigte Aussetzung sei Teil „schwieriger, aber notwendiger“ Entscheidungen während der Haushaltslücke gewesen.
Der Präsident des US-Reiseverbands, Geoff Freeman, kritisierte die Lage scharf. Es sei „äußerst enttäuschend“, dass über Monate hinweg Sicherheits- und Reiseinfrastruktur politisch instrumentalisiert worden seien. „Reisende sollten Priorität haben und nicht als Druckmittel dienen“, so Freeman.
Längere Wartezeiten bleiben möglich
Auch wenn die Programme derzeit weiterlaufen, könnten Personalengpässe zu Verzögerungen führen – insbesondere an stark frequentierten Flughäfen. In früheren Regierungsstillständen blieben PreCheck-Spuren und Global-Entry-Kioske zwar geöffnet, doch kam es zu längeren Wartezeiten und unterbrochenen Neuanmeldungen.
Sollte es tatsächlich zu einer landesweiten Aussetzung kommen, wäre dies das erste bekannte Mal, dass die beschleunigten Sicherheits- und Einreisevorteile offiziell flächendeckend gestoppt würden.
Vorerst jedoch können PreCheck- und Global-Entry-Mitglieder ihre gewohnten Vorteile weiterhin nutzen – allerdings unter dem Vorbehalt möglicher kurzfristiger Änderungen.
Kommentar hinterlassen