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Trumps Wohnpolitik: Populistische Ablenkung oder Vorbild für Deutschland?

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Donald Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit auf einen altbewährten Trick: Er sucht einen Sündenbock. Diesmal ist es die Wall Street, genauer gesagt große institutionelle Investoren, die Einfamilienhäuser kaufen und vermieten. Seine Lösung: Ein Verbot solcher Käufe und ein staatliches Programm zum massenhaften Ankauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar.

Trump erklärt, diese Maßnahmen würden Wohnkosten senken. Doch Experten sind sich einig: Das eigentliche Problem ist der Mangel an Wohnraum – nicht Wall-Street-Investoren.

Laut Studien besitzen große Investoren (über 1.000 Objekte) gerade einmal 1 bis 3 % der US-Einfamilienhäuser, in manchen Städten wie Atlanta auch bis zu 25 %. Aber selbst ein Verbot dieser Käufe würde kaum spürbar die Preise senken, sagen Wirtschaftsexperten. Was wirklich fehlt, sind Millionen neue Wohnungen.

Trump schlägt außerdem vor, dass staatliche Hypothekenfinanzierer wie Fannie Mae und Freddie Mac erneut Hypothekenanleihen aufkaufen – eine Praxis, die sonst nur in Krisenzeiten üblich ist. Das könnte kurzfristig die Zinsen senken, aber nicht das strukturelle Problem lösen: zu wenig neue Wohnungen, zu hohe Baukosten und zu komplexe Genehmigungsverfahren.


Und Deutschland?

Auch in Deutschland wird über steigende Mieten, zu wenig Wohnraum und den Einfluss von Großinvestoren debattiert. Die Frage ist also berechtigt: Könnte Trumps Plan ein Vorbild für Deutschland sein?

Die Antwort ist: nur sehr begrenzt.

  • Ein Verbot institutioneller Käufe würde in Deutschland – ähnlich wie in den USA – vor allem symbolisch wirken. Großanleger sind oft in bestimmten Märkten präsent, etwa in Großstädten, aber kein flächendeckendes Problem.

  • Staatliche Anleihekäufe gibt es in Deutschland bereits in anderer Form über die EZB, mit umstrittener Wirkung. Für den Wohnungsmarkt würde das kaum konkrete Verbesserungen bringen.

  • Was wirklich hilft: schnellere Genehmigungen, gezielter sozialer Wohnungsbau, Nachverdichtung und Förderung von genossenschaftlichem oder kommunalem Wohnungsbau.

Fazit:

Trumps Vorschläge klingen populistisch, bieten aber keine strukturellen Lösungen. Die wahre Herausforderung ist nicht, „die Wall Street zu stoppen“, sondern genügend neuen Wohnraum zu schaffen. Das gilt auch für Deutschland.

Vorbild? Eher eine Warnung, wie man es nicht machen sollte.

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