US-Präsident Donald Trump setzt auf harte Zölle gegen Kanada, Mexiko und China – mit dem Ziel, ausländische Waren zu verteuern und die US-Wirtschaft zu stärken. Doch Experten warnen: Die Maßnahme könnte amerikanische Verbraucher teuer zu stehen kommen.
Warum Trump auf Zölle setzt
Trump betrachtet Zölle als wirtschaftliches Wundermittel. Am Montag erklärte er sogar, „Tarif“ sei das viertschönste Wort der englischen Sprache – direkt nach „Gott“, „Liebe“ und „Religion“.
Seine Hauptziele:
- Einnahmen für die USA steigern – Trumps Steuersenkungen haben das Staatsdefizit vergrößert, Zölle sollen Milliarden in die Staatskasse spülen.
- Handelsungleichgewichte beseitigen – Trump behauptet, die USA würden durch Importe „ausgebeutet“, obwohl viele Ökonomen widersprechen.
- Druck auf andere Länder ausüben – Kanada und Mexiko sollen laut Trump stärker gegen illegale Einwanderung und Drogenhandel vorgehen, China soll strengere Maßnahmen gegen Fentanyl-Exporte ergreifen.
Wann treten die Zölle in Kraft?
Trump hat angekündigt, dass die Zölle ab Samstag, dem 1. Februar, gelten sollen. Doch es gibt widersprüchliche Aussagen dazu:
- Ursprünglich plante Trump eine pauschale 25%-Abgabe auf alle Importe aus Kanada und Mexiko, sowie 10% auf alle Waren aus China.
- Später sprach er von spezifischen Produktzöllen für Stahl, Medikamente und Mikrochips.
- Noch unklar ist, ob Öl und Gas von den Abgaben ausgenommen werden.
Um die Zölle schnell durchzusetzen, könnte Trump eine „nationale wirtschaftliche Notlage“ ausrufen und den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) nutzen.
Welche Produkte sind betroffen?
Sollten Trumps Zölle in vollem Umfang greifen, dürften die Preise für viele alltägliche Waren steigen. Zu den betroffenen Produkten gehören:
- Autos: Da viele US-Fahrzeuge in Kanada und Mexiko produziert werden, könnten die Preise um mehrere tausend Dollar steigen.
- Lebensmittel: US-Verbraucher müssen mit höheren Kosten für Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Alkohol rechnen.
- Elektronik: Nahezu alle Laptops, Smartphones und Haushaltsgeräte könnten teurer werden, da China der Hauptlieferant ist.
- Schuhe & Kleidung: Da 99 % der in den USA verkauften Schuhe importiert werden, könnten Sneaker-Preise besonders stark steigen.
Wie viel teurer wird das Leben in den USA?
Laut einer Studie des Peterson Institute for International Economics könnten Trumps Zölle einen durchschnittlichen US-Haushalt über 2.600 Dollar pro Jahr kosten. Das Hauptproblem: Importeure müssen die Zölle zahlen und geben die Kosten an die Verbraucher weiter.
Zusätzlich droht ein Handelskrieg. Kanada, Mexiko und China haben bereits Vergeltungszölle angekündigt, was den Preis für US-Exporte ebenfalls verteuern würde.
Gibt es Widerstand gegen die Zölle?
Viele Ökonomen und selbst einige Republikaner sind skeptisch. Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, verteidigt Trumps Plan zwar teilweise, warnt aber vor Inflation. Sogar an der Wall Street gibt es Zweifel, ob Trump die Zölle tatsächlich in voller Höhe umsetzen wird.
Fazit: Ein riskantes Experiment
Trumps Zölle könnten die Wirtschaft beeinflussen, wie zuletzt unter seiner ersten Präsidentschaft – nur diesmal in viel größerem Umfang. Ob sie den gewünschten Effekt haben oder vor allem die Preise für amerikanische Verbraucher in die Höhe treiben, bleibt abzuwarten.
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