Während andere Präsidenten über Klimaschutz und Diplomatie reden, träumt Donald Trump davon, sein Vermächtnis auf Landkarten zu verewigen. Nach der militärischen Intervention in Venezuela richtet sich sein Blick nun auf den hohen Norden: Grönland, das autonome Territorium Dänemarks, könnte das nächste Kapitel seines imperialen Projekts werden.
Was in seiner ersten Amtszeit noch als Witz galt – der Plan, Grönland zu kaufen – wird nun überraschend ernst.
Trumpland im Eis?
Bereits 2025 schickte Trump seinen Sohn auf PR-Reise in den arktischen Nebel, bald darauf folgte der Vizepräsident mit Daunenjacke und ernster Miene. Was einst wie politisches Trolling wirkte, wird in europäischen Hauptstädten nun als ernsthafte Drohung verstanden. Die dänische Regierung sowie die EU bekräftigten diese Woche: Grönland gehört seinen Menschen – und nicht zum Verkauf.
Doch die US-Regierung denkt offenbar anders. Sie betrachtet das gesamte westliche Hemisphäre neuerdings als Trumps Einflusssphäre. Trumps Sicherheitsberater warnen offen: In einer Welt der Stärke und Macht zähle nicht das Völkerrecht – sondern, wer am lautesten auf den Tisch haut.
Geopolitischer Jackpot
Grönland ist kein weißer Fleck auf der Weltkarte – es ist ein geopolitisches Juwel. Schon im Zweiten Weltkrieg war die Insel strategisch relevant. Heute beherbergt sie eine bedeutende US-Radarstation zur Frühwarnung vor Raketenangriffen.
Der Klimawandel macht die Region zusätzlich wertvoll: Schmelzendes Eis eröffnet neue Seewege und ermöglicht den Zugang zu riesigen Rohstoffreserven – insbesondere Seltene Erden, die für moderne Technologien und Rüstung essentiell sind.
Trump betont öffentlich die sicherheitspolitische Bedeutung. Doch Kritiker vermuten: Es geht weniger um Verteidigung – und mehr um ökonomische Ausbeutung und geopolitische Machtdemonstration.
Kolonialismus im 21. Jahrhundert?
Grönland ist Teil des NATO-Partners Dänemark. Die USA haben bereits umfassende Militärrechte auf der Insel – inklusive Lande- und Hafenrechte. Ein Ausbau wäre jederzeit möglich – ganz ohne Annektion.
Warum also die Drohgebärden?
Weil Trump nicht teilen will. Kein Pachtvertrag, keine Kooperation – sondern maximaler Einfluss. Bilder von Grönland, überzogen mit der US-Flagge, kursieren längst auf Social Media – gepostet von der Ehefrau eines Beraters.
Und Trump denkt groß: Im Weißen Haus plant er nicht nur eine neue Ballsäle, sondern träumt davon, neue Staaten nach sich selbst zu benennen – ganz wie einst Jefferson (Louisiana-Kauf) oder McKinley (Annexion Hawaiis). „Trumpland“ wäre nur konsequent.
Von Venezuela nach Nuuk?
Nach der Machtergreifung in Venezuela, bei der US-Truppen Präsident Maduro abführten und Ölreserven unter amerikanische Kontrolle kamen, ist Europa nervös. Sollte Trump bei Grönland ähnliche Mittel ins Auge fassen, könnte das NATO sprengen.
Ein EU-Gipfel stellte klar: Ein US-Angriff auf Grönland wäre ein Bruch des Bündnisses. Doch selbst Diplomaten geben offen zu: Im Ernstfall könnte Europa wenig entgegensetzen. „Niemand wird gegen die USA kämpfen – auch nicht für Grönland“, sagte ein hoher EU-Beamter.
Wie weit wird Trump gehen?
Der US-Kongress müsste einem Kauf zustimmen, ebenso bräuchte es europäische Gremien und komplexe Vertragswerke. Grönland steht nicht zum Verkauf – doch in Zeiten wie diesen, wo Trumps Macht kaum noch eingehegt wird, wirkt auch das nicht mehr wie eine Garantie.
Trump hat mit Jeff Landry – dem Gouverneur von Louisiana, dem einst gekauften US-Staat – bereits einen Sondergesandten für Grönland benannt. Zufall? Wohl kaum.
Zwischen Diplomatie und Demontage
Militärexperten warnen: Der Versuch, Grönland mit Gewalt zu nehmen, wäre das Ende westlicher Sicherheitspolitik. Ein ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber sagte: „Das wäre das Ende der Allianz. Dänemark hat Soldaten für die USA geopfert – Freunde behandelt man nicht so.“
Doch im Trump-Universum gelten eigene Regeln. Am selben Tag, an dem in den USA an den Sturm auf das Kapitol erinnert wurde, veröffentlichte das Weiße Haus eine Erklärung, in der die Schuld dafür den Demokraten und der Polizei zugeschoben wurde.
Die Realität, so scheint es, ist längst Geschmackssache.
Und sollte es wirklich zum Deal kommen, dann bleibt nur eine Frage offen:
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