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Trumps Kandidat für den Fed-Vorsitz setzt auf KI-Boom als Argument für Zinssenkungen – reicht das?

qimono (CC0), Pixabay
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Kevin Warsh, von Präsident Donald Trump Ende Januar als künftiger Vorsitzender der US-Notenbank nominiert, deutet an, dass er eine Lockerung der Geldpolitik vor allem mit einem möglichen Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz (KI) begründen könnte. Doch unter Ökonomen und Notenbankern ist umstritten, ob dieses Argument trägt.

Bereits im Dezember erklärte Warsh in einem Interview, KI könne die „produktivitätssteigerndste Welle unseres Lebens“ auslösen. Ähnlich wie das Internet in den 1990er-Jahren könne die Technologie strukturell preisdämpfend wirken. Das würde der Notenbank Spielraum geben, die Zinsen weiter zu senken.

Tatsächlich ist die Produktivität in den USA in den vergangenen Jahren robust gewachsen. In der ökonomischen Theorie bedeutet höhere Produktivität, dass die Wirtschaft stärker wachsen kann, ohne zusätzlichen Inflationsdruck zu erzeugen. Das spricht eher gegen Zinserhöhungen. Ob es jedoch auch Zinssenkungen rechtfertigt, ist eine andere Frage.

Sollte Warsh im Mai nach dem Ende der Amtszeit von Jerome Powell den Vorsitz übernehmen, müsste er ein zwölfköpfiges Gremium hinter sich bringen, das zuletzt deutlich gespalten war. Mehrere Mitglieder zeigen sich weiterhin besorgt über anhaltend erhöhte Inflation.

Während Vertreter der Trump-Regierung – darunter Finanzminister Scott Bessent – von einem beginnenden Produktivitätsboom sprechen, warnen andere Stimmen vor voreiligen Schlüssen. Historisch lasse sich Produktivität oft erst im Rückblick verlässlich bewerten, betonen Experten.

Einige Notenbanker argumentieren zudem, ein nachhaltiger Produktivitätsschub könne sogar zu einem höheren sogenannten neutralen Zinssatz führen – also zu einem Niveau, bei dem die Wirtschaft weder stimuliert noch gebremst wird. Das würde bedeuten, dass die Wirtschaft höhere Zinsen verkraftet, nicht niedrigere.

Ökonomen verweisen außerdem auf Unterschiede zur Dotcom-Ära der 1990er-Jahre. Damals wuchs auch die Erwerbsbevölkerung deutlich, während die USA heute mit einer alternden Gesellschaft und veränderter Einwanderungspolitik konfrontiert sind.

Ob KI tatsächlich einen dauerhaften Produktivitätsschub bringt – und ob dieser ausreicht, um Zinssenkungen zu rechtfertigen – bleibt daher offen.

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