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Trumps Börsenbilanz: Schwächster Start in eine Amtszeit seit George W. Bush

rabbimichoel (CC0), Pixabay
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Das erste Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Weißen Haus fällt an den Finanzmärkten historisch schwächer aus als bei jedem anderen Präsidenten seit 2005 – also seit Beginn der zweiten Amtszeit von George W. Bush.

Zwar legte der Leitindex S&P 500 vom Tag der Amtseinführung bis zum 20. Januar 2026 um 13,3 Prozent zu – ein solides Plus nach klassischen Maßstäben. Im historischen Vergleich jedoch ist es der schwächste Börsenstart einer Präsidentschaft seit zwei Jahrzehnten. Zum Vergleich: Im ersten Jahr von Trumps erster Amtszeit stieg der S&P 500 um 24,1 %

Gute Zahlen – schwache Symbolik

Die Kurse stiegen im vergangenen Jahr vor allem durch den anhaltenden KI-Boom, robuste Unternehmensgewinne und die Hoffnung auf Zinssenkungen der US-Notenbank. Gleichzeitig entwickelten sich internationale Aktienmärkte 2025 erstmals seit Jahren besser als der US-Markt – ein bemerkenswerter Trendwechsel.

Dabei startete Trumps zweite Amtszeit auf ohnehin hohem Niveau: Der S&P 500 hatte zuvor zwei Jahre in Folge Gewinne von über 20 Prozent erzielt – ein Ausnahmezustand, der die Messlatte für weiteres Wachstum extrem hoch legte.

Politische Zickzackkurse belasten die Märkte

Was das Börsenjahr jedoch prägte, war weniger wirtschaftliche Schwäche als politische Unberechenbarkeit. Die Trump-Regierung sorgte mit widersprüchlichen Signalen, insbesondere in der Zollpolitik, für massive Verunsicherung.

Im April rutschten die Märkte zeitweise fast in einen Bärenmarkt, ausgelöst durch Unsicherheit über neue Strafzölle. Erst als Trump von seinen härtesten Drohungen abrückte, folgte eine schnelle Erholung. Insgesamt verzeichnete der S&P 500 im Jahr 39 neue Rekordstände – deutlich weniger als 2017, dem ersten Jahr von Trumps erster Amtszeit, in dem es 62 Rekorde waren.

Trump und die Börse: ein sensibles Verhältnis

Trump betrachtet den Aktienmarkt offen als Messlatte für seinen politischen Erfolg. Kursrückgänge kommentiert er regelmäßig öffentlich – zuletzt bezeichnete er Verluste im Zusammenhang mit Zoll- und Grönland-Diskussionen als „Peanuts“ und kündigte an, der Markt werde sich „verdoppeln“. Kurz darauf ruderte er bei den Zöllen zurück – die Kurse reagierten prompt mit einer Erholung.

Starke Gewinne, extreme Schwankungen

Trotz der positiven Jahresbilanz war die Volatilität außergewöhnlich hoch. Der VIX-Index, das sogenannte Angstbarometer der Wall Street, stieg im Frühjahr zeitweise über 50 Punkte – ein Niveau, das zuletzt während der Pandemie erreicht wurde. Auslöser: die Unsicherheit über Trumps Handelspolitik.

Experten sprechen von einer Mischung aus stabilen Fundamentaldaten und politischem Chaos: wirtschaftliche Stärke auf der einen, strategische Unberechenbarkeit auf der anderen Seite.

Ausblick: Disziplin statt Euphorie

Anleger erwarten für das laufende Jahr weitere Kursgewinne – doch die Risiken bleiben. Der US-Dollar schwächelt, während Gold und Silber neue Rekordstände erreichen – klassische Zeichen wachsender Unsicherheit.

Vermögensverwalter raten deshalb zu Disziplin, Risikostreuung und langfristiger Perspektive. Kurzfristige politische Schocks seien kaum kalkulierbar, langfristige Unternehmensdaten hingegen entscheidend.

Fazit

Trumps zweite Amtszeit startet an der Börse nicht mit einem Crash, aber mit einem historisch schwachen Vergleichswert. Solide Gewinne stehen neben politischer Instabilität, hoher Volatilität und wachsender Unsicherheit.

Die Märkte steigen – aber ohne Vertrauen.
Die Kurse wachsen – aber nervös.
Und die Börse folgt weniger politischer Führung als wirtschaftlicher Substanz.

Ein gutes Börsenjahr – aber kein starkes Signal für Stabilität.

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