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Trump zieht Ghislaine Maxwell in Epstein-Aufarbeitung – und sorgt mit Begnadigungs-Anspielung für Empörung

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Die Trump-Regierung hat mit einem Interview von Ghislaine Maxwell, der wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilten Epstein-Vertrauten, einen fragwürdigen Versuch gestartet, die kontroversen Vorgänge rund um die Epstein-Files neu zu bewerten. Nach zwei Tagen Gesprächen zwischen Vizejustizminister Todd Blanche und Maxwell wächst jedoch die Skepsis – nicht zuletzt durch Äußerungen von Präsident Trump selbst.

Auf dem Weg nach Schottland sagte Trump auf Nachfrage, eine Begnadigung Maxwells sei „etwas, worüber ich nicht nachgedacht habe – aber ich darf es tun.“ Diese beiläufige Andeutung hat Erinnerungen an ähnliche Situationen während der Russland-Ermittlungen geweckt, als Trump mögliche Begnadigungen für Vertraute wie Paul Manafort und Michael Flynn offenließ.

Kritiker werfen Trump vor, erneut den Eindruck zu erwecken, dass er Begnadigungen als politisches Druckmittel einsetzt – in diesem Fall gegenüber einer Person, deren Aussagen ihn selbst belasten könnten.

Widersprüchliche Rollen und Loyalitäten

Besonders problematisch: Der Interviewführer Todd Blanche ist nicht nur ein ranghoher Beamter im Justizministerium – sondern auch Trumps früherer persönlicher Anwalt. Zudem verbindet ihn eine enge persönliche Beziehung zu Maxwells Anwalt David Oscar Markus, den Blanche öffentlich einen „Freund“ nennt. Der Interessenkonflikt ist offensichtlich, betont auch der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer: „Das stinkt nach Korruption.“

Markus wiederum lobte die Trump-Regierung für ihr angebliches Engagement „für die Wahrheit“ und zeigte sich offen für eine mögliche Begnadigung Maxwells.

Zweifel an Maxwells Glaubwürdigkeit

Bereits 2020 hatte das Justizministerium Maxwell der Meineidigkeit bezichtigt. In einem Zivilprozess hatte sie unter Eid bestritten, von Epsteins Missbrauchsnetzwerk gewusst zu haben – Aussagen, die durch spätere Zeugenaussagen widerlegt wurden. Obwohl diese Anklagepunkte später im Zuge ihres Hauptverfahrens fallengelassen wurden, nannte das DOJ ihre Aussagen damals „dreist gelogen“ und bezeichnete Maxwell als unglaubwürdig.

All das stellt die Glaubwürdigkeit der aktuellen Interviews infrage. Maxwell, die noch Jahre ihrer Haftstrafe vor sich hat, hat ein offensichtliches Interesse daran, Trump mit kooperativen Aussagen entgegenzukommen – etwa im Tausch gegen Hafterleichterung oder politische Unterstützung.

Fazit: Politische Aufarbeitung mit bitterem Beigeschmack

Ob die Gespräche mit Maxwell tatsächlich neue Erkenntnisse bringen oder lediglich der öffentlichen Rechtfertigung dienen, bleibt offen. Der Einsatz eines parteiischen Beamten und Trumps deutliche Andeutung einer möglichen Begnadigung machen jedoch deutlich: Es geht hier nicht nur um die Aufarbeitung eines Justizskandals – sondern auch um politische Selbstinszenierung und Kontrolle über ein Narrativ, das Trump immer wieder in Bedrängnis bringt.

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