Donald Trump sorgt erneut für internationale Irritationen. In einer Pressekonferenz kündigte der frühere US-Präsident an, Grönland entweder auf diplomatischem Wege oder durch Zwang unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen zu wollen. „Wir werden etwas mit Grönland machen – ob sie wollen oder nicht“, sagte Trump wörtlich.
Er betonte, er bevorzuge eine einvernehmliche Lösung, schloss aber auch militärische Maßnahmen nicht aus: „Ich würde gerne den einfachen Weg gehen, aber wenn nicht, dann machen wir’s eben auf die harte Tour.“ Einen konkreten Preis für einen möglichen Kauf nannte er nicht.
Strategisches Interesse: Öl und Rivalen
Grönland – ein autonomes Gebiet Dänemarks – verfügt laut Schätzungen über rund 31 Milliarden Barrel Ölreserven, etwa drei Viertel der Vorkommen der USA. Seit 2021 ist die Ölförderung auf der Insel allerdings aus Umweltgründen verboten.
Trump verwies auf geopolitische Motive: Sollten die USA nicht handeln, würden Russland oder China die Chance nutzen. „Wenn wir Grönland nicht nehmen, habt ihr bald Russland oder China als Nachbarn“, warnte er. Laut Trump befinden sich bereits russische U-Boote und chinesische Kriegsschiffe in der Nähe der Insel.
Öl, Venezuela – und eine neue Außenpolitik
Die Aussagen fielen im Kontext eines Treffens mit Vertretern führender Ölkonzerne. Thema war auch Venezuela – nur eine Woche zuvor war dessen Präsident Nicolás Maduro von US-Kräften festgesetzt und nach New York gebracht worden, um sich wegen Drogenhandels vor Gericht zu verantworten. Trump bezeichnete die US-Eingriffe in Venezuela als „notwendig“, um russischem oder chinesischem Einfluss entgegenzuwirken.
Kritik an Dänemarks Souveränität
Ein Berater Trumps, Stephen Miller, stellte am 5. Januar in einem CNN-Interview Dänemarks Souveränität über Grönland offen infrage. Ob diese Aussagen Teil einer strategischen Linie oder bloße Provokation sind, bleibt unklar – das politische Klima zwischen den USA und Europa dürfte sich dadurch jedenfalls weiter abkühlen.
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