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Trump vs. Petro: Kaffeekrieg war gestern – jetzt knallt’s auf See

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Der Ton zwischen Washington und Bogotá wird rauer – und das nicht nur wegen Kaffeepreisen. Nach mehreren US-Militärschlägen auf mutmaßliche Drogenschmuggler-Boote im Karibischen Meer erhebt Kolumbiens Präsident Gustavo Petro schwere Vorwürfe: Die USA hätten „Mord begangen“ und Kolumbiens „Souveränität verletzt“.

Der Grund: Einer der Angriffe soll einen Fischer getroffen haben, der laut Petro „nichts mit Drogenhandel zu tun hatte“. Sein Boot habe lediglich eine Panne gehabt und ein Notsignal ausgesendet.

Trump: Petro ein „respektloser Loser“

US-Präsident Donald Trump reagierte wie gewohnt diplomatisch – also gar nicht. Petro sei ein „sehr unbeliebter, frecher Führer mit einem schlechten Rating“, ließ Trump auf Social Media verlauten. Zugleich kündigte er an, jegliche Finanzhilfe für Kolumbien einzufrieren – und drohte vage mit „weiteren Maßnahmen“, sollte sich Kolumbien nicht „zusammenreißen“.

Auch verbal wurde aufgerüstet: Trump warnte Petro, man werde die kolumbianischen „Tötungsfelder“ (gemeint sind wohl Drogenanbaugebiete) bald selbst „aufräumen – und das nicht freundlich“.

Überleben im U-Boot – Abschiebung als Draufgabe

Unterdessen verkündete Trump, dass bei einem der Angriffe auf ein drogenbeladenes U-Boot zwei Menschen überlebt hätten. Einer werde nach Ecuador, der andere zur Strafverfolgung nach Kolumbien zurückgeschickt – wohl eine Art „Grußbotschaft“ an Petro.

Visa-Entzug und Palästina-Proteste

Die Spannungen hatten sich bereits zuvor aufgebaut: Im September hatte Petro bei einer pro-palästinensischen Demonstration in New York US-Soldaten dazu aufgerufen, Trumps Befehle zu verweigern – was dem US-Außenministerium dann zu bunt wurde: Petro verlor sein US-Visum.

Zudem hatte Kolumbiens erster linker Präsident die USA wegen ihrer Gaza-Politik der „Mittäterschaft an einem Völkermord“ beschuldigt.

Strikes auf See – bald auch an Land?

Die Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote (bisher sieben seit September, mindestens 32 Tote) sind Teil von Trumps Offensive gegen den Drogenhandel – allerdings ohne Zustimmung des US-Kongresses. Juristen und Politiker beider Parteien sehen das kritisch.

Ein Gesetzesvorschlag von Demokraten wie Adam Schiff und Tim Kaine, der Trumps Alleingänge einschränken sollte, wurde im Oktober von Republikanern im Senat blockiert.

Trump verteidigt sich: Die betroffenen Kartelle seien zu Terrororganisationen erklärt worden, was militärische Maßnahmen rechtfertige. Und: Wenn es auf See funktioniert, „schauen wir uns jetzt das Land an“, sagte er am 15. Oktober. Sprich: Der Krieg gegen die Drogen könnte bald auch Bomben auf venezolanischem Boden bedeuten.


Fazit: Diplomatie à la Trump

Was als Anti-Drogen-Kampagne begann, entwickelt sich zum diplomatischen Flächenbrand mit Kolumbien – und vielleicht bald Venezuela. Petro ist empört, Trump droht – und irgendwo dazwischen sitzt ein US-Kongress, der keine Kontrolle mehr hat.

Ob dabei wirklich der Drogenhandel gestoppt wird? Oder doch nur die diplomatischen Beziehungen?

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