Aufatmen an der Südgrenze: Donald Trump hat Mexiko gnädigerweise eine 90-tägige Atempause eingeräumt, bevor die große Zollkeule endgültig zuschlägt. Per gewohnt präsidialem Stil – also über Truth Social – verkündete der US-Präsident am Dienstag: „Verhandeln ist gut. Drohen wirkt besser.“
Mexiko muss vorerst weiter bluten: 25 Prozent auf Autos, 50 Prozent auf Stahl, Aluminium und Kupfer. Immerhin, Präsidentin Claudia Sheinbaum konnte Trump telefonisch milde stimmen – laut eigener Aussage ein „sehr gutes Gespräch“. Was auch immer das in Trump-Sprache bedeutet.
Als kleines Dankeschön soll Mexiko sämtliche „nichttarifären Handelshemmnisse“ sofort aufheben. Also alles, was keine echten Zölle sind – von Formalitäten bis zur Bürokratie. Ob das so einfach geht? Laut Trump: „Easy!“
Europa kriegt auch was ab: Für EU-Produkte gilt seit heute ein pauschaler Einfuhrzoll von 15 Prozent. Das sei ein Erfolg der „Verhandlungen“, denn ursprünglich hatte Trump 30 Prozent angedroht – quasi als freundliche Einladung zur Zollroulette-Runde. In Brüssel nennt man das Ergebnis diplomatisch „das kleinere Übel“.
Fazit: Trump verteilt Zölle wie andere Autogramme – großspurig, strategisch und immer mit dem Satz im Hinterkopf: „America First, aber Deal später.“
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