Am Donnerstag treffen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zu einem mit Spannung erwarteten Gipfel in Südkorea. Es ist das erste persönliche Treffen der beiden seit dem G20-Gipfel 2019 in Osaka – und das erste seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar. Hintergrund des Treffens ist der anhaltende Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, der inzwischen globale Auswirkungen zeigt.
In den vergangenen Wochen hatten sich die Spannungen erneut verschärft: Washington weitete seine Exportbeschränkungen aus, während Peking die Ausfuhr seltener Erden weiter einschränkte – Rohstoffe, die für moderne Technologien wie Smartphones oder Batterien unverzichtbar sind. Als Reaktion kündigte Trump 100 % Strafzölle auf chinesische Waren ab dem 1. November an.
Ein Hoffnungsschimmer: Bei den jüngsten Handelsgesprächen in Malaysia erzielten beide Seiten Fortschritte. Dort wurde ein Rahmen für ein mögliches Handelsabkommen festgelegt – die Grundlage für das nun anstehende bilaterale Gespräch am Rande des CEO-Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Seoul.
Die Zeit drängt: Am 10. November läuft die Frist für ein mögliches Abkommen ab. Sollte es bis dahin keinen Durchbruch geben, droht eine neue Eskalation mit massiven wirtschaftlichen Folgen.
Was ursprünglich als gezielte Maßnahme gegen den illegalen Handel mit dem gefährlichen Opioid Fentanyl begann, hat sich inzwischen zu einem umfassenden geopolitischen Konflikt ausgeweitet. Im Zentrum stehen neben Rohstoffen auch US-Exporte wie Sojabohnen, technologische Exportkontrollen und Chinas Energiepartnerschaften mit Russland.
Für Trump ist das Treffen eine Chance, seine „America First“-Politik erneut unter Beweis zu stellen. Xi hingegen muss innenpolitisch Stärke demonstrieren, während Chinas Wirtschaft unter Druck steht – unter anderem durch rückläufiges Wachstum, einen schwächelnden Immobilienmarkt und internationale Unsicherheiten.
Beobachter sehen den Gipfel als mögliche Wendepunkt im angespannten Verhältnis zwischen den beiden Großmächten. Doch selbst bei einer Annäherung bleiben die strukturellen Differenzen groß.
Ob es zu einem echten Durchbruch kommt oder nur zu symbolischer Diplomatie – das Treffen in Seoul könnte den Kurs des globalen Handels für die kommenden Jahre prägen.
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