US‑Präsident Donald Trump hat offenbar einen neuen Nebenjob gefunden: internationaler Ölverwalter mit Alleinzeichnungsrecht. Wie er auf seiner Plattform Truth Social verkündete, wird Venezuela künftig zwischen 30 und 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl direkt in die Vereinigten Staaten liefern – frei Haus, per Schiff und offenbar ohne Umweg über venezolanische Kassen.
Der Clou: Das Öl werde selbstverständlich „zum Marktpreis verkauft“, das eingenommene Geld aber nicht etwa Venezuela überlassen, sondern persönlich von Trump kontrolliert. Schließlich wisse niemand besser als er, was „dem venezolanischen Volk und den Vereinigten Staaten“ nütze. Kritiker fragen sich zwar, warum das venezolanische Volk davon erfährt, indem das Geld zuerst durch Trumps Hände wandert – aber Ordnung muss sein.
Energieminister Chris Wright bekam laut Trump den Auftrag, den Plan „sofort“ umzusetzen. Übersetzt heißt das offenbar: „Gestern wäre besser gewesen.“
Öl‑Delivery statt Diplomatie
Venezuela, das über die größten bekannten Erdölreserven der Erde verfügt, wird damit zum neuesten Mitglied im exklusiven Club der Länder, deren Rohstoffe temporär unter US‑Präsidentenaufsicht stehen. Bis 2005 war das Land ohnehin einer der wichtigsten Öllieferanten der USA – doch dann kam Hugo Chávez, verstaatlichte die Industrie und vertrieb US‑Konzerne. Ein schwerer Fehler, wie Trump nun rückblickend erklären dürfte.
Nach dem jüngsten Militäreinsatz kündigte der Präsident an, amerikanische Unternehmen würden nun wieder „reingehen, Milliarden ausgeben und die völlig marode Infrastruktur reparieren“. Dass diese Infrastruktur auch deshalb marode ist, weil jahrzehntelang Sanktionen und politische Machtspiele dominierten, wurde höflich übergangen.
Make Oil Great Again
Beobachter sprechen bereits vom neuen politischen Leitmotiv: „Make Other People’s Oil Great Again“. Unterstützer feiern Trumps Vorstoß als geniale Mischung aus Außenpolitik, Rohstoffhandel und persönlicher Kassenverwaltung. Kritiker hingegen fragen sich, ob demnächst auch Gold, Lithium oder Kaffee unter präsidentielle Treuhandschaft fallen.
Fest steht: Wenn Öl demnächst direkt aus Venezuela in US‑Häfen fließt – und das Geld direkt ins Oval Office gedacht wird –, dürfte die internationale Ordnung zumindest eines sein: unterhaltsam.
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