Am Vorabend des geplanten Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich in Anchorage, der größten Stadt Alaskas, deutlicher Unmut geregt. Rund 140 Demonstrierende versammelten sich an einer belebten Straßenkreuzung, um ihre Ablehnung gegenüber dem Treffen zu bekunden.
Mit ukrainischen und US-amerikanischen Flaggen, selbstgemalten Plakaten und Bannern machten sie auf ihre Forderungen aufmerksam: ein Ende des russischen Angriffskrieges, Solidarität mit der Ukraine und klare, unmissverständliche Botschaften an den Kreml. „Frieden heißt nicht, den Aggressor zu umarmen“, stand auf einem der Schilder.
Die Stimmung war kämpferisch, aber friedlich. Zahlreiche Autofahrer reagierten unterstützend – ein Chor aus hupenden Fahrzeugen begleitete die Kundgebung. Besonders Aufmerksamkeit erregte ein Lastwagenfahrer, der sein Horn ungewöhnlich lange und laut ertönen ließ. „Das war wie eine kleine Protest-Symphonie“, bemerkte eine Teilnehmerin lachend.
Symbolträchtiger Ort für ein heikles Treffen
Anchorage ist nicht zufällig der Schauplatz des Gipfels: Die Stadt liegt strategisch günstig zwischen den USA und Russland, nur rund 3.000 Kilometer von Wladiwostok entfernt. Alaska gilt als geographische Brücke über die Beringstraße – und war einst selbst Teil Russlands, bevor es 1867 von den USA gekauft wurde. Dieser historische Bezug macht den Ort zu einem symbolgeladenen Treffpunkt für bilaterale Gespräche.
Erwartungen und Befürchtungen
Offiziell sollen bei dem Treffen Themen wie Sicherheitsfragen in der Arktis, Handelsbeziehungen, Energiepolitik sowie die Lage in der Ukraine auf der Agenda stehen. Kritiker fürchten jedoch, dass Trump zu nachgiebig gegenüber Putin auftreten könnte. „Wir dürfen nicht vergessen, mit wem wir es zu tun haben“, sagte eine Demonstrantin. „Ein freundliches Foto darf nicht wichtiger sein als Menschenrechte und internationale Sicherheit.“
Auch außenpolitische Experten mahnen, das Treffen müsse klare Bedingungen setzen, um nicht als diplomatischer Blankoscheck für Moskau zu wirken. Besonders in Osteuropa und innerhalb der NATO wird das Gipfeltreffen aufmerksam beobachtet.
Fortgesetzte Proteste geplant
Lokale Organisationen kündigten an, die Proteste bis zum Tag des Gipfels fortzuführen. Neben Straßenaktionen sind Mahnwachen und Diskussionsveranstaltungen geplant. Ziel sei es, sowohl Trump als auch der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen, dass ein großer Teil der US-Bevölkerung eine unkritische Annäherung an Putin ablehnt.
Ob das Treffen letztlich zu einer Entspannung oder zu neuer politischer Spannung führt, bleibt offen – sicher ist nur, dass Anchorage für wenige Tage zum Brennpunkt der Weltpolitik wird.
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