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Trump trifft britischen Premierminister nach EU-Handelsabkommen – Gespräche über Gaza, Ukraine und globale Handelsagenda

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Turnberry, Schottland – 28. Juli 2025
Nach der überraschenden Einigung über einen neuen Handelsrahmen mit der Europäischen Union hat US-Präsident Donald Trump heute den britischen Premierminister Keir Starmer auf seinem Golfresort in Turnberry, Schottland, empfangen. Das Treffen diente als inoffizielle Vorbesprechung für einen geplanten Staatsbesuch Trumps in London im September – überschattet von geopolitischen Krisen und wirtschaftspolitischen Kontroversen.

Handelsabkommen mit der EU: Lob aus Washington, Kritik aus Paris

Trump hatte tags zuvor gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein neues Handelsabkommen verkündet. Es sieht unter anderem einen pauschalen Zollsatz von 15 % auf die meisten EU-Importe in die USA vor, darunter Autos, Medikamente und Halbleiter. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, 750 Milliarden US-Dollar an US-Energie zu kaufen und 600 Milliarden US-Dollar in die USA zu investieren.

Während Trump die Einigung als das „größte Handelsabkommen aller Zeiten“ feierte, kritisierte Frankreichs Premierminister François Bayrou das Abkommen scharf als „dunklen Tag für Europa“. Auch andere EU-Staaten äußerten Bedenken über die protektionistischen Züge des Deals.

Gipfeltreffen auf dem Golfplatz: Starmer und Trump sprechen über Gaza und Ukraine

Das Treffen mit Keir Starmer fand auf Trumps eigenem Golfplatz statt – ein Symbol für die zunehmende Verflechtung von Trumps Amtsgeschäften mit seinen Privatinteressen. Auf der Tagesordnung standen jedoch ernste Themen: der Krieg in der Ukraine, der anhaltende Konflikt zwischen Israel und der Hamas, sowie die akute Hungersnot im Gazastreifen.

Trump kündigte die Einrichtung von „Food Centers“ in Gaza an, um dem Hunger entgegenzuwirken. „Wir werden Zentren einrichten, zu denen die Menschen ohne Zäune oder Grenzen Zugang haben“, sagte er. Zugleich machte er erneut Hamas für die Blockierung der Hilfslieferungen mitverantwortlich, betonte jedoch auch, dass Israel eine gewisse Verantwortung trage, da es die Hilfslieferungen einschränke.

Starmer verurteilte die humanitäre Lage in Gaza als „absolutes Desaster“ und sagte, die britische Bevölkerung sei „empört über die Bilder des Hungers“. Großbritannien arbeite mit Jordanien an Luftabwürfen von Hilfsgütern, so der Premier.

Trump erhöht Druck auf Putin

Im Hinblick auf den Ukraine-Krieg erklärte Trump, er wolle die ursprünglich gesetzte 50-Tage-Frist für einen Waffenstillstand mit Russland auf 10 bis 12 Tage verkürzen. Sollte Kremlchef Wladimir Putin bis dahin keine Friedenslösung vorlegen, drohten ihm „sehr harte Strafzölle“. Trump betonte: „Ich bin sehr enttäuscht von Präsident Putin.“

Trump mischt Diplomatie und Geschäft

Während Trumps offizieller Besuch internationale Fragen adressierte, war er zugleich auch geschäftlich motiviert. Nach dem Treffen mit Starmer reiste Trump weiter zu einem zweiten seiner schottischen Golfresorts, wo die Eröffnung eines neuen 18-Loch-Platzes anstand. Kritiker werfen dem Präsidenten erneut vor, seine politische Funktion zu nutzen, um seine Privatunternehmen zu fördern – ein Vorwurf, der bereits während seiner ersten Amtszeit laut wurde.

 

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