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Trump-Tarife im Fokus: Märkte hoffen auf moderaten Kurs – doch die Unsicherheit bleibt

u_dg9pheol (CC0), Pixabay
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Während die US-Börsen nahe an Allzeithochs notieren, blickt die Finanzwelt mit Spannung auf den 1. August – das selbstgesetzte Ultimatum von Präsident Donald Trump für neue Handelsabkommen. Die große Frage: Werden die angekündigten Zölle moderat ausfallen oder könnten drastische Maßnahmen eine Marktreaktion provozieren?

Am Freitag verzeichneten der S&P 500 und der Nasdaq erneut Rekordhochs. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 208 Punkten nur knapp unter seinem bisherigen Höchststand. Der Grund für die gute Stimmung: Die USA haben ein Handelsabkommen mit Japan abgeschlossen, das statt der ursprünglich angedrohten 25 % „nur“ 15 % Zoll vorsieht.

Laut Analysten wie Eric Freedman (US Bank) bewegt sich diese Zollhöhe in einem Bereich, mit dem die Märkte umgehen können. Sollte die Regierung jedoch – etwa im Fall der EU – Sätze über 20 % verhängen, drohe ein Kursrückgang.

Volle Märkte, aber wachsende Nervosität

Trump selbst schätzt die Chance auf ein EU-Abkommen bis zum Stichtag nur auf „50:50 oder weniger“. Kommt es zu keiner Einigung, hat er 30 % Zölle angekündigt. Ein vergleichbarer Schritt gegenüber Kanada ließ die Kurse zuletzt bereits einbrechen.

Gleichzeitig stützt sich der aktuelle Aufschwung an den Märkten auf starke Unternehmenszahlen: Rund 80 % der Unternehmen im S&P 500 übertrafen im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen. Das lässt die Börse hoffen – trotz politischer Unsicherheiten.

Dennoch mahnen Experten wie David Lefkowitz (UBS), dass Märkte empfindlich auf neue Eskalationen reagieren könnten – insbesondere wenn Trump seinen aggressiven Kurs verschärft. Auch die US-Notenbank dürfte bei neuen Inflationsimpulsen durch Importzölle unter Druck geraten.

Marktpsychologie: zwischen Hoffnung und Angst

Analysten betonen, dass Zollsätze zwischen 15 und 17 % zwar wirtschaftlich schmerzhaft, aber verkraftbar seien. Solche „mittleren“ Tarife könnten zur neuen Realität werden, sollten weitere Handelsabkommen mit Ländern wie Indonesien, den Philippinen oder Mexiko folgen.

Ein besonders wichtiger Indikator für die Stimmung ist der „VIX“ – die Volatilitätskennziffer der Wall Street. Sie liegt derzeit so niedrig wie seit Februar nicht mehr, was auf eine trügerische Ruhe hindeutet. Im April war der VIX nach Trumps „Liberation Day“-Tarifpaket auf über 50 gestiegen.

Fazit: Balanceakt zwischen Handelsmacht und Marktvertrauen

Trump konnte mit dem Japan-Deal kurzfristig Vertrauen schaffen. Doch sollte er tatsächlich massive Zölle gegen wichtige Handelspartner wie die EU durchsetzen, könnte dies nicht nur die Inflation anheizen – sondern auch das Vertrauen der Märkte nachhaltig beschädigen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sich der Präsident für das „Sweet Spot“-Modell entscheidet – oder für die Zollkeule.

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