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Trump stoppt Handelsgespräche – wegen eines Werbespots!

WikiImages (CC0), Pixabay
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Wenn man dachte, internationale Handelsverträge scheitern an komplizierten Zollfragen, Paragrafen oder geopolitischen Interessen – weit gefehlt. In Trumps Amerika reicht offenbar ein 30-Sekunden-Clip mit Ronald Reagan, um ganze Verhandlungen zu sprengen.

US-Präsident Donald Trump beendete kurzerhand die Gespräche mit Kanada – nicht etwa, weil Stahlpreise explodierten oder Öl floss, sondern weil ihm ein Werbespot nicht gefiel. In dem Spot war Altpräsident Reagan zu sehen, der vor Handelskriegen warnte. Und wer Trump kennt, weiß: Kritik an Handelskriegen ist für ihn ungefähr so charmant wie ein Veggie-Burger auf einem Texas-Grillfest.

„Aufgrund ihres ungeheuerlichen Verhaltens werden alle Handelsverhandlungen mit Kanada beendet!“, donnerte Trump auf seiner Lieblingsplattform Truth Social – eine App, die klingt wie ein Beichtstuhl, aber sich liest wie eine Kneipenrunde um drei Uhr morgens.

Währenddessen versuchte der kanadische Premierminister Mark Carney in Ottawa, die diplomatischen Trümmer aufzukehren:
„Unsere Leute haben wirklich hart gearbeitet, mit großartigen Gesprächen über Stahl, Aluminium und Energie“, sagte er. Das klang ein bisschen so, als würde jemand nach einem Streit erklären, dass der Abend eigentlich ganz nett war, bis einer die Suppe geworfen hat.

Carney zeigte sich bemüht, freundlich zu bleiben – was bekanntlich die kanadische Nationaldisziplin ist. Doch selbst er musste zugeben: „Wir können die Handelspolitik unseres Nachbarn nicht kontrollieren.“ Übersetzt: Wir können Trump nicht ausschalten.

Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett lieferte dann noch die offizielle Begründung: Kanada habe „Mangel an Flexibilität“ gezeigt. In Washington heißt das meistens: „Sie haben nicht sofort alles unterschrieben, was wir wollten.“

Carney konterte mit typisch kanadischer Gelassenheit: „Wir werden den USA keinen Marktzugang zu unfairen Bedingungen gewähren.“ Und deutete an, man könne ja künftig mit den „wirtschaftlichen Giganten Asiens“ zusammenarbeiten. Das war die höfliche nordamerikanische Version von: Dann eben ohne euch, eh!

So enden also Handelsverhandlungen im Jahr 2025 – nicht mit einem Vertrag, sondern mit einem Tweet und einem beleidigten Präsidenten, der Reagan-Werbung nicht verträgt. Diplomatie war gestern. Heute reicht ein Spot.

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