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Trump sorgt mit NATO-Kritik für Empörung – Lob für britische Soldaten folgt auf massiven Druck

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Nach scharfer Kritik an Äußerungen über den Einsatz von NATO-Truppen in Afghanistan hat sich Ex-US-Präsident Donald Trump öffentlich zurückgenommen – zumindest teilweise. In einem Posting auf seiner Plattform Truth Social würdigte er am Samstagabend die Rolle britischer Soldaten in dem jahrzehntelangen Konflikt und bezeichnete sie als „eine der größten Kriegergruppen überhaupt“. Eine direkte Entschuldigung blieb jedoch aus.

Kritik an NATO-Einsatz löst Empörung aus

Trump hatte zuvor in einem Interview mit Fox News erklärt, die NATO habe den USA „nie wirklich geholfen“ und sich während des Afghanistaneinsatzes „eher im Hintergrund“ gehalten. Diese Aussagen lösten weltweit Empörung aus – insbesondere unter Veteranen, Hinterbliebenen von Gefallenen und politischen Führern.

Der britische Premierminister reagierte umgehend und betonte in einem Telefonat mit Trump, dass britische und amerikanische Soldaten „Seite an Seite gekämpft haben – viele kehrten nie zurück“. Auch der britische Thronfolger Prinz Harry, selbst Afghanistan-Veteran, mahnte Respekt für die Opfer und die internationale Solidarität an: „Die NATO hat nach 9/11 Artikel 5 aktiviert. Das bedeutete: alle für einen. Und viele bezahlten dafür mit ihrem Leben.“

Fakten zum Afghanistan-Einsatz

Zwischen 2001 und 2021 verloren über 3.500 NATO-Soldaten ihr Leben in Afghanistan – davon 457 aus Großbritannien. Die meisten fielen in der umkämpften Provinz Helmand. Hunderte wurden schwer verwundet, wie etwa der britische Soldat Andy Reid, der beide Beine und einen Arm durch eine Sprengfalle verlor. Reid sagte im BBC-Interview: „Ich stand direkt neben US-Soldaten an der Front. Wenn sie dort waren, war ich es auch.“

Internationale Reaktionen – deutliche Worte aus Polen und Kanada

Auch international hagelte es Kritik: Polens Außenminister Radoslaw Sikorski, selbst einst an vorderster Front in Afghanistan, sagte: „Niemand hat das Recht, den Einsatz unserer Soldaten zu verhöhnen.“ Aus Kanada erklärte Verteidigungsminister David J. McGuinty, man habe sich „aus Überzeugung und nicht aus Pflicht“ beteiligt – „weil es das Richtige war“.

Trump rudert teilweise zurück

Unter zunehmendem politischen Druck veröffentlichte Trump schließlich ein neues Statement:

„Die großartigen und sehr tapferen Soldaten des Vereinigten Königreichs werden immer an der Seite der Vereinigten Staaten stehen. In Afghanistan starben 457 – viele wurden schwer verletzt – und sie gehörten zu den größten Kriegern aller Zeiten.“

Er lobte die Verbundenheit beider Nationen als „unzerbrechlich“ und bezeichnete die britische Armee als „mit Herz und Seele, gleich hinter der US-Armee – wir lieben euch alle.“

Die konservative Parteivorsitzende Kemi Badenoch begrüßte die Klarstellung, kritisierte aber zugleich, dass es überhaupt nötig gewesen sei: „Diese Leistung hätte nie infrage gestellt werden dürfen.“

Fazit: Vertrauenskrise in der Allianz

Trumps ursprüngliche Aussagen werfen einmal mehr Fragen zur Verlässlichkeit der USA im NATO-Bündnis auf – vor allem vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und wachsender Unsicherheit in Europa. Ob sein spätes Lob die Wogen glätten kann, bleibt fraglich. Für viele Beteiligte dürfte der Vertrauensbruch bestehen bleiben.

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