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Trump schickt Nationalgarde nach Memphis – Bürgermeister zeigt sich kritisch

BruceEmmerling (CC0), Pixabay
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Im Rahmen seines landesweiten Vorgehens gegen Gewaltkriminalität hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, Nationalgardetruppen nach Memphis zu entsenden. Die Maßnahme stößt jedoch auf gemischte Reaktionen – insbesondere vom Bürgermeister der Stadt, Paul Young, der sich nicht im Vorfeld an der Entscheidung beteiligt sah.

„Wir gehen nach Memphis“, sagte Trump am 12. September in der Sendung Fox & Friends und bezeichnete die Stadt als „zutiefst problematisch“. Er lobte dabei sowohl den republikanischen Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, als auch den demokratischen Bürgermeister Young – Letzterer zeigte sich jedoch zurückhaltender.

Bürgermeister: „Ich habe die Nationalgarde nicht angefordert“

In einer Pressekonferenz stellte Paul Young klar, dass er keine Entsendung der Nationalgarde beantragt habe. Zwar habe er um Unterstützung durch Bundesbehörden wie das FBI und das ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) gebeten, die Präsenz der Nationalgarde sehe er jedoch kritisch.

„Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist, um Kriminalität zu bekämpfen“, so Young. Dennoch betonte er, dass die Entscheidung beim Gouverneur liege und er als Bürgermeister keine rechtliche Befugnis habe, die Entsendung zu verhindern. „Meine Aufgabe ist es jetzt, sicherzustellen, dass ihr Einsatz die Gemeinschaft nicht belastet, sondern unterstützt.“

Memphis: Die gefährlichste Großstadt der USA

Laut einer Analyse von USA TODAY basierend auf FBI-Daten hatte Memphis im Jahr 2024 die höchste Mordrate aller US-Städte mit über 500.000 Einwohnern – 40,6 Morde pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Washington, D.C., lag die Rate bei 25,5.

Trump verwies auf diese Statistik und betonte, dass er in Memphis „aufräumen“ wolle – so wie bereits zuvor in Washington, wo seit seiner sogenannten „30-Tage-Crime-Crackdown“-Initiative über 2.200 Nationalgardisten patrouillieren.

Gemischte Reaktionen – politische Spannung wächst

Gouverneur Bill Lee begrüßte die Maßnahme und erklärte, die Operation solle im Rahmen des FBI-Programms „Operation Viper“ stattfinden, das Kriminalität in Memphis bekämpfen soll. Dabei würden die Nationalgarde, Bundesbehörden und lokale Polizeieinheiten zusammenarbeiten.

„Ich bin dankbar für die unerschütterliche Unterstützung des Präsidenten“, sagte Lee in einer Stellungnahme.

Doch innerhalb Memphis‘ Führung gibt es deutliche Vorbehalte. Kongressabgeordneter Steve Cohen (Demokrat), der die Stadt im Repräsentantenhaus vertritt, widersprach Trumps Darstellung:

„Memphis ist keine ‘problematische Stadt’, wie Präsident Trump sagt. Wir haben ein Kriminalitätsproblem.“
Er forderte stattdessen Investitionen in langfristige Präventionsprogramme.

Auch Bürgermeister Young äußerte Sorge über den Mangel an Informationen:

„Wann kommen sie? Wie viele? Wo genau werden sie stationiert sein? Was ist ihre Aufgabe? – Das alles sind Fragen, die wir mit dem Gouverneur und der Bundesregierung klären müssen.“

Föderale Zuständigkeit als politisches Werkzeug

Während Trump sich in Washington, D.C. auf besondere bundesrechtliche Zuständigkeiten stützen kann, sind Einsätze in Bundesstaaten wie Tennessee nur mit Zustimmung der jeweiligen Gouverneure möglich. Die Wahl fiel offenbar bewusst auf Memphis – nach lautstarker Ablehnung durch den demokratisch geführten Bundesstaat Illinois, als Trump zuvor Truppen nach Chicago entsenden wollte.

Fazit: Die Entsendung der Nationalgarde nach Memphis zeigt, wie Kriminalitätsbekämpfung in den USA zunehmend zum politischen Zankapfel wird. Während einige die Maßnahme als notwendigen Schritt sehen, warnen andere vor Militarisierung, Misstrauen in der Bevölkerung – und einem gefährlichen Präzedenzfall für föderale Machtverschiebungen.

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