Einen Tag vor dem UNO-Klimagipfel hat US-Präsident Donald Trump vor der Generalversammlung in New York erneut gegen Klimawissenschaft und erneuerbare Energien ausgeteilt. Er bezeichnete Klimaforschung und entsprechende Initiativen als „grünen Schwindel“ und „größten Betrug aller Zeiten“.
Trotz jahrzehntelanger Belege für die Folgen der Erderwärmung – häufigere Dürren, stärkere Niederschläge, steigende Meeresspiegel – zweifelte Trump den menschengemachten Klimawandel an und griff europäische Staaten wegen ihrer Energiewende scharf an.
Wissenschaftler schlagen zurück
Umweltorganisationen und Experten reagierten prompt. Rachel Cleetus von der Union of Concerned Scientists sprach von einer „gefährlichen Desinformationskampagne“ zugunsten fossiler Konzerne: „Klimawandel ist hier, er ist teuer – und wir brauchen Lösungen, keine Propaganda.“
China im Fokus
Trump verwies auf den starken CO₂-Ausstoß Chinas und lobte Deutschland dafür, wieder stärker auf fossile Energien und Atomkraft zu setzen. Gleichzeitig blendete er aus, dass China aktuell beim Ausbau von Solar- und Windkraft weltweit führend ist. 2023 installierte das Land mehr erneuerbare Energie als der Rest der Welt zusammen; 2025 stellen chinesische Projekte drei Viertel aller globalen Wind- und Solaranlagen in Bau.
Analysten gehen davon aus, dass die chinesischen Emissionen 2025 erstmals sinken könnten – während die USA unter Trump Klimaprogramme gestoppt und zentrale Regierungswebseiten zum Thema abgeschaltet haben.
Heiße Zahlen, kühle Worte
Ironisch: Nur Stunden nach Trumps Rede veröffentlichte Berkeley Earth seinen Monatsbericht. Ergebnis: August 2025 war weltweit der drittwärmste August seit Beginn der Messungen im Jahr 1850. Die Wahrscheinlichkeit, dass 2025 insgesamt zu den drei heißesten Jahren aller Zeiten zählt, liegt bei über 95 Prozent.
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