Donald Trump hat Washington und seine Skandal-Sauna mal wieder den Rücken gekehrt – diesmal nicht nach Mar-a-Lago, sondern über 5.000 Kilometer weit nach Schottland. Offiziell nennt das Weiße Haus die Reise eine „Arbeitsvisite“. Inoffiziell nennt man sowas Urlaub mit Pressemitteilung.
Denn während in D.C. Fragen zu Epstein, EU-Zöllen und Ethik auf ihn prasseln, sucht Trump lieber den Schatten seiner Lieblings-Destinationen: Golfplatz, Golfplatz und… Golfplatz. Zwischen einem Handelsgespräch mit der EU-Chefin und einem Foto mit dem britischen Premier hat er nämlich genau einen öffentlichen Termin: ein Band durchschneiden – für seinen neuen Golfkurs namens „MacLeod“, zu Ehren seiner Mutter. (Ein bisschen Familiensentimentalität, bevor wieder jemand nach Epstein fragt.)
📰 Die Schlagzeilen sind wenig romantisch
Während Trump euphorisch von „Liebe für Schottland“ sprach, titelte die Zeitung The National wenig zärtlich:
„Verurteilter US-Felon landet in Schottland.“
Willkommen, Mr. President – bitte einmal durch den Zoll und das moralische Minenfeld.
Demonstranten mit Schildern wie „Stop Trump Scotland“ versammelten sich in Edinburgh und Aberdeen. Der Green-Party-Chef nannte ihn einen „politischen Extremisten“. Und trotzdem plant Trump, mit dem schottischen First Minister John Swinney zu plaudern. Man stelle sich den Smalltalk vor:
– Trump: „Ich liebe Golf.“
– Swinney: „Ich liebe funktionierende Demokratien.“
📉 Business as (un)usual
Doch es ist nicht alles Tee und Protest. Trump hat auch Termine mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – und hofft auf einen „der größten Deals überhaupt“. Wahrscheinlich kommt ein 30%-Tarif für Käse oder eine Sondersteuer auf Merkel-Zitate dabei raus. Details folgen, sobald sie erfunden wurden.
⛳ Turnberry statt Trump Tower
Natürlich ist auch Golf ganz oben auf der Agenda. Trump logiert in Turnberry („das beste Resort der Welt“, sagt er – der bescheidene Immobilienbesitzer), mit Ausblick auf den Ärger in Washington. Die British Open will er zurück auf seinen Platz holen – trotz Infrastrukturproblemen, politischen Spannungen und der Tatsache, dass ihn viele Golf-Funktionäre lieber mit einem 9er-Eisen als mit offenen Armen empfangen würden.
🤝 Ein Präsident im Modus „Ich tu mal so, als wär alles super“
Während er in Schottland Tee-Zeiten bucht, protestieren zu Hause Senatoren gegen seine Haltung zu Epstein, wird im EU-Parlament über Strafzölle beraten und spekuliert halb Amerika, ob der „Arbeitsbesuch“ nicht eher ein Ausflug à la „Ich mach mal kurz den Kopf leer“ ist – idealerweise mit 18 Löchern und null Fragen.
Fazit:
Trump in Schottland ist wie ein Royal auf Roadtrip: laut, umstritten, gut bewacht – aber trotzdem irgendwie da. Und wenn er am Montag mit Keir Starmer redet, geht’s sicher um große Themen: Weltwirtschaft, globale Sicherheit, und warum es keine Diet-Coke-Automaten auf dem Fairway gibt.
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