Im Dauerstreit zwischen dem Oval Office und dem Elfenbeinturm deutet sich überraschend Frieden an: Donald Trump hat auf seiner hauseigenen Plattform „Truth Social“ verkündet, dass eine Einigung mit der Eliteuni Harvard „in der kommenden Woche möglich“ sei. Offenbar hat ihn das Verhalten der ehrwürdigen Institution gerührt – man habe sich dort „äußerst angemessen“ gezeigt, was in Trumps Worten vermutlich so viel heißt wie: „Sie haben mir nicht gleich einen Gender-Workshop angeboten.“
Der Konflikt dreht sich, wie könnte es anders sein, ums ganz große Ganze: Trump wirft Harvard – und im Grunde dem gesamten Ivy-League-Zirkel – vor, linkswoke Ideologien zu verbreiten und als „Bastion des Antisemitismus“ zu agieren. Dagegen müsse man, so Trump, „mit aller Härte“ vorgehen. Wie? Indem man der Uni verbieten will, ausländische Studierende aufzunehmen. Denn wenn schon Diversity, dann bitte nur in der Golfanlage von Mar-a-Lago.
Doch Harvard wehrt sich – mit einer doppelten Klage. Erstens fordert man die Freigabe von 2,5 Milliarden Dollar an eingefrorenen Mitteln (Kaffeekassenniveau für Harvard). Zweitens will man verhindern, dass Studierende aus aller Welt künftig draußen bleiben müssen, nur weil jemand in Washington glaubt, Kant sei ein Cocktail und Camus eine Käseart.
Eine Bundesrichterin hat Harvard nun vorerst das Recht zugesprochen, weiter internationale Talente aufzunehmen – bis der Fall entschieden ist. Trump dürfte das wenig gefallen, aber immerhin zeigt er sich neuerdings offen für Kompromisse. Vielleicht, weil er gemerkt hat, dass man Debattierclubs nicht mit Militärpolizei auflösen kann.
Ob die Einigung wirklich kommt? Unklar. Aber falls ja, dürfen wir gespannt sein, welche Studiengänge dann im Gegenzug eingerichtet werden. „Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt auf Markenbildung in autoritären Systemen“ klingt jedenfalls nach einem Trump-kompatiblen Modul.
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