In Texas tobt ein erbitterter Machtkampf, der weit über die Grenzen des Bundesstaats hinausreicht: Donald Trump und die republikanische Mehrheit im texanischen Parlament treiben eine aggressive Neuziehung der Wahlkreise voran – mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die kommenden US-Kongresswahlen 2026. Ihr Ziel: fünf zusätzliche republikanisch geprägte Sitze im Repräsentantenhaus zu schaffen und so eine demokratische Mehrheit zu verhindern.
Ein neuer „Kartenkrieg“ um die politische Zukunft
Die Republikaner haben unter Berufung auf Trumps Wahlerfolge in Texas eine ungewöhnliche Neuvermessung der Wahlbezirke mitten im Jahrzehnt angestoßen – normalerweise finden solche Redistrictings nur alle zehn Jahre statt. Der Plan: durch geschickte Grenzziehung (Stichwort: „Gerrymandering“) republikanische Vorteile im Repräsentantenhaus zu sichern, das aktuell nur mit knapper Mehrheit unter GOP-Kontrolle steht (219 zu 212 Sitzen, vier offen).
Demokraten schlagen Alarm
Für die Demokraten ist dieser Schritt ein strategisches Alarmsignal. Sollte ihnen 2026 die Mehrheit im Repräsentantenhaus gelingen, könnten sie Trump politisch blockieren, seine Agenda verzögern oder gar ein drittes Amtsenthebungsverfahren einleiten. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sprach bereits vom „de-facto-Ende von Trumps zweiter Amtszeit“, sollte die Opposition die Kontrolle übernehmen.
Republikaner kontern mit dem Impeachment-Argument
Trump-Verbündete wie der texanische Abgeordnete Troy Nehls sehen die Gefahr eines „Dauer-Impeachments“, sollte die Demokraten die Mehrheit erringen. Sie argumentieren, es drohe erneut eine Blockadepolitik, die – wie schon zwischen 2018 und 2020 – das Weiße Haus lähmen würde. Trump wolle stattdessen „jeden Tag nutzen“, so der Politologe Larry Sabato, „viel intensiver als andere Präsidenten in ihrer zweiten Amtszeit“.
Politisches Domino: Kalifornien kontert, andere Bundesstaaten folgen
Kalifornien kündigte als Reaktion bereits eigene Schritte an, um durch Wahlkreisneuziehungen mehr demokratische Sitze zu schaffen. Auch in anderen „blauen“ Bundesstaaten wird über neue Karten nachgedacht – während republikanisch geführte Staaten wie Indiana oder Missouri ihrerseits mitziehen wollen.
Fazit: Ein Wettlauf um die Macht
Ob Trumps texanischer Schachzug aufgeht, bleibt abzuwarten. Viel hängt von der wirtschaftlichen Lage bis 2026 ab – aber auch von der rechtlichen und politischen Bewertung der Redistrictings. Klar ist: Der Kampf um Texas könnte der erste Dominostein in einem neuen „Kartenkrieg“ sein, dessen Sieger über Trumps politische Zukunft entscheidet.
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