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Trump gegen die Fed: Märkte reagieren nervös auf Ermittlungen gegen Jerome Powell

geralt (CC0), Pixabay
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Die Finanzmärkte reagierten am Montag mit Unsicherheit auf die Nachricht, dass die Trump-Regierung strafrechtliche Ermittlungen gegen US-Notenbankchef Jerome Powell eingeleitet hat. Aktien, Anleihen und der US-Dollar gerieten unter Druck – ein seltenes gleichzeitiges Abrutschen aller drei Anlageklassen.

Bereits in der Nacht zu Montag begannen Anleger damit, US-Vermögenswerte abzustoßen – eine Bewegung, die als „Sell America“-Strategie bekannt ist. Zwar beruhigte sich die Lage am Morgen etwas, doch die Nervosität blieb spürbar. Der Dow Jones verlor nur noch rund 90 Punkte (-0,18 %), nachdem er zwischenzeitlich über 400 Punkte eingebrochen war. Der S&P 500 notierte kaum verändert, der Nasdaq legte 0,2 % zu.

Dollar und Anleihen unter Druck, Edelmetalle steigen stark

Der US-Dollar verlor gegenüber wichtigen Währungen an Wert, der Dollar-Index fiel um 0,3 %. Auch US-Staatsanleihen wurden verkauft: Die Rendite für zehnjährige Papiere stieg auf knapp 4,2 % – ein Monatshoch. Das deutet darauf hin, dass Investoren mit dauerhaft höheren Zinsen rechnen, was dem Wunsch der Regierung nach Zinssenkungen widerspricht.

Die sogenannte Angstindikator VIX sprang um 5 % nach oben. Zugleich flüchteten Anleger in sichere Häfen wie Gold: Der Goldpreis kletterte um 3,1 % auf ein neues Rekordhoch von über 4.600 US-Dollar je Feinunze. Silber legte sogar 8,5 % zu – ebenfalls ein Allzeithoch.

Fed-Unabhängigkeit unter Beschuss

Die Unabhängigkeit der Federal Reserve gilt als eine der zentralen Säulen stabiler Finanzmärkte in den USA. Wenn geldpolitische Entscheidungen von politischen Interessen beeinflusst werden, drohen höhere Inflationserwartungen und Vertrauensverluste – mit entsprechenden Folgen für Anleiherenditen und Währungsstabilität.

„Ein anhaltender Vertrauensverlust in die Unabhängigkeit der Fed könnte den Dollar schwächen, die langfristigen Zinsen steigen lassen und die globale Marktvolatilität erhöhen“, warnte Karl Schamotta, Chefstratege bei Corpay.

Schon 2025 hatte es heftige Marktreaktionen gegeben, als Trumps aggressiver Ton gegenüber Powell und der Fed eine ähnliche Flucht aus US-Anlagen auslöste. Erst als der damalige Präsident von seinen Zoll-Drohungen zurückwich, beruhigten sich die Märkte wieder.

Powell unter Druck – aber (noch) im Amt

Derzeit hat Fed-Chef Powell noch vier Monate im Amt. Trump kann ihn rechtlich nicht einfach absetzen, und Powell hat angekündigt, seine geldpolitische Linie beizubehalten – unabhängig vom politischen Druck.

Krishna Guha von Evercore ISI sieht in der jüngsten Entwicklung dennoch ein gefährliches Signal: „Das ist ganz klar ein ‚Risk-off‘-Szenario“, schrieb er in einer Analyse. Zwar sei noch unklar, ob es zu einem Marktbeben komme, doch die Risiken für 2026 seien deutlich gestiegen.

Ein Grund für die Flucht in Gold und Silber liegt laut Wall Street in der sogenannten „Entwertungswette“: Investoren setzen auf Sachwerte, wenn sie befürchten, dass Währungen an Vertrauen verlieren – etwa durch steigende Staatsverschuldung, politische Eingriffe in Notenbanken oder sinkende Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen.

Wie lange die Märkte diese neue Eskalationsstufe zwischen Weißem Haus und Fed ignorieren können, ist fraglich. Guha dazu: „Die Subpoenas und Powells Reaktion könnten genau der Wendepunkt sein, an dem die Märkte erkennen: Jetzt wird es ernst.“

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