Startseite Allgemeines Trump erhöht Druck auf US-Notenbankchef – Powell weigert sich zu gehen
Allgemeines

Trump erhöht Druck auf US-Notenbankchef – Powell weigert sich zu gehen

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay
Teilen

Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, steht unter massivem Druck durch Präsident Donald Trump – doch Rücktritt? Keine Option.

In privaten Gesprächen mit engen Vertrauten machte Powell deutlich, dass er nicht beabsichtigt, vor Ablauf seiner Amtszeit im Mai 2026 zurückzutreten. Mehr als um seine persönliche Position gehe es ihm darum, die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu schützen. Ein vorzeitiger Rückzug, so Powell, würde ein gefährliches Signal senden: dass die Zentralbank politischem Druck nachgibt.

„Er fühlt sich verpflichtet, die institutionelle Unabhängigkeit der Fed zu wahren“, sagte der republikanische Senator Mike Rounds, der Powell direkt darauf angesprochen hatte.

Trump greift Powell frontal an

Seit Wochen beschimpft Trump den Fed-Chef öffentlich als „dumm“ und „eine meiner schlimmsten Ernennungen überhaupt“. Hinter den Kulissen intensiviert das Weiße Haus eine regelrechte Kampagne gegen Powell – inklusive gezielter Medienlecks und der Untersuchung der Kostenüberschreitung eines 2,5-Milliarden-Dollar-Umbaus des Fed-Hauptsitzes.

Am Donnerstag begleitete Powell Trump persönlich bei einer Tour über die Baustelle – und wurde dabei vom Präsidenten demonstrativ auf den Rücken geklopft. „Ich will nur eins: Die Zinsen müssen runter“, sagte Trump später vor Pressevertretern. Trotz aller Kritik wolle er Powell derzeit nicht feuern – Berater hatten vor einem Marktzusammenbruch gewarnt.

Ein Trump-Vertrauter kommentierte das Vorgehen gegenüber CNN so: „Entweder springt Powell – oder er wird gekocht.“

Powell bleibt gelassen – Demokraten loben seine Standhaftigkeit

Trotz der Angriffe bleibt Powell laut Insidern ruhig und professionell. In der Öffentlichkeit zeigt er sich sachlich und konzentriert auf die geldpolitische Linie der Fed. Auch beim Rundgang mit Trump habe es ein „produktives Gespräch“ gegeben – woraufhin der Präsident seine härteste Rhetorik für den Moment einstellte.

Powells Linie: Entscheidungen über Zinssätze werden nicht aus politischen Gründen getroffen, sondern ausschließlich auf Basis wirtschaftlicher Daten. Experten wie der frühere Fed-Direktor Bill English unterstützen diese Haltung: „Die beste Verteidigung der Fed ist, die richtige Politik zu machen.“

Demokraten, die Powell in der Vergangenheit wegen hoher Zinsen kritisierten, stehen inzwischen hinter ihm. „Er stellt die Integrität der Institution über seine eigenen Interessen“, so Jared Bernstein, Ex-Berater unter Präsident Biden. „Wenn man täglich vom Präsidenten beleidigt wird und trotzdem weitermacht, ist das bemerkenswert.“

Republikaner uneins – Sorge vor Marktreaktion

Einige republikanische Senatoren warnen Trump davor, die Fed zu stark unter Druck zu setzen. Sollte der Eindruck entstehen, die Zinspolitik werde politisch beeinflusst, könnten die Finanzmärkte empfindlich reagieren. Viele hoffen daher, dass Powell bleibt – und weiterhin unabhängig agiert.

„Die meisten Senatoren wissen, wie sensibel die Märkte reagieren würden, wenn man nur den Verdacht äußert, dass die Fed manipuliert wird“, sagte Senator Rounds. „Powell ist genau da, wo er sein sollte – und ich respektiere ihn dafür.“


Fazit: Die Attacken aus dem Weißen Haus haben das Klima zwischen Trump und Powell vergiftet. Doch der Fed-Chef bleibt standhaft – nicht aus Trotz, sondern im Bewusstsein seiner Verantwortung für die Stabilität der US-Wirtschaft und die Glaubwürdigkeit der Zentralbank.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

USA planen Rückzahlung der Trump-Zölle

Die US-Zollbehörde Customs and Border Protection (CBP) arbeitet an einem System, mit...

Allgemeines

Russell holt Pole in Melbourne – Mercedes dominiert Qualifying

Beim ersten Qualifying der neuen Formel-1-Ära hat Mercedes ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt....

Allgemeines

„Alles halb so wild?“ – Ein fiktives satirisches Gespräch mit dem Vertriebschef der TGI AG nach der BaFin-Warnung

Die Finanzaufsicht BaFin hat kürzlich vor Angeboten der TGI AG gewarnt. Für...

Allgemeines

Vor der BaFin Warnung

Damit die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) eine offizielle Warnmeldung veröffentlicht, müssen bestimmte...