Nach einem Jahr diplomatischer Initiativen hat Präsident Donald Trump in seinem zweiten Amtsjahr den Ton verschärft: Amerikanische Militärmacht soll wieder zentrale außenpolitische Leitlinie sein. Den Auftakt bildete der umstrittene Militäreinsatz in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores festgenommen wurden. Die Aktion war tödlich – rund 100 Menschen sollen laut venezolanischer Regierung ums Leben gekommen sein.
„America First“ – mit Waffengewalt
Bei einer Pressekonferenz erklärte Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth: „Das ist America First. Das ist Frieden durch Stärke. Willkommen im Jahr 2026.“ Trump selbst sagte über Maduro: „Er hat sich mit den Falschen angelegt – und es herausgefunden.“
Doch Venezuela könnte nur der Anfang sein: Trump deutete an, dass weitere Länder auf seiner Liste stünden – darunter Cuba, Kolumbien, Mexiko, aber auch entfernte Ziele wie Iran und überraschenderweise Grönland, das Trump schon 2019 kaufen wollte. Der Präsident sagte am 9. Januar: „Ich würde den einfachen Weg bevorzugen. Aber wenn es nicht einfach geht, dann eben auf die harte Tour.“
Kolumbien, Kuba, Mexiko im Fokus
Trump warf dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro vor, „Kokain herzustellen und in die USA zu verkaufen“, und drohte mit Konsequenzen. Petro wies die Anschuldigungen als „Verleumdung“ zurück. Auch Kuba bezeichnete Trump als „gescheiterten Staat“ und Mexiko müsse „endlich handeln“, um den Drogenschmuggel zu stoppen. Ein Militärschlag gegen Kuba sei laut Senator Lindsey Graham nur noch eine Frage der Zeit: „Ihre Tage sind gezählt.“
„Donroe-Doktrin“: Trumps eigene Monroe-Version
Trumps Regierung hat ihre neue Sicherheitsstrategie unter dem Titel „Donroe Doctrine“ vorgestellt – eine Anspielung auf die historische Monroe-Doktrin, die fremde Einmischung in der westlichen Hemisphäre ablehnte. Jetzt wolle man, so Trump, dafür sorgen, dass Lateinamerika „stabil, gut regiert und frei von feindlicher Einflussnahme“ bleibe – gemeint sind hier unter anderem China und andere nicht-westliche Staaten.
Proteste im US-Kongress – Trump will Verteidigungsbudget massiv erhöhen
Die Venezuela-Intervention führte zu Kritik im US-Senat. Mehrere republikanische Senatoren stimmten mit Demokraten für eine Resolution, die Trump künftig daran hindern soll, ohne Zustimmung des Kongresses militärisch in Venezuela einzugreifen.
Doch Trump bleibt bei seiner Linie und plant für 2027 ein Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar – 50 % mehr als im Vorjahr. Außerdem hat er das „Department of Defense“ in „Department of War“ umbenannt – ein symbolischer Schritt, der zeigt, wie sehr sich der Kurs der USA verändert hat.
Wie geht es weiter? – Unsicherheit in der Region
Kolumbiens Präsident Petro telefonierte zuletzt mit Trump – offenbar, um die Lage zu entschärfen. Auch Mexikos Präsidentin Sheinbaum hält eine Invasion für unwahrscheinlich. Die USA dürften laut Experten vorerst keine neuen Militärschläge durchführen, doch die Warnung steht: Wer Trumps Agenda behindert, riskiert Konsequenzen.
Trumps Vorgehen polarisiert – selbst in den eigenen Reihen. Doch seine Strategie scheint klar: Dominanz zeigen, Gegner abschrecken und Nachbarn zur Kooperation zwingen – notfalls mit Gewalt.
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