US-Präsident Donald Trump hat die geplante 2,5-Milliarden-Dollar-Renovierung des Hauptsitzes der US-Notenbank (Federal Reserve) in Washington als möglichen Entlassungsgrund für Notenbankchef Jerome Powell bezeichnet.
„Ich finde ihn schrecklich“, sagte Trump über Powell. Besonders kritisch äußerte er sich über die Kosten der Bauarbeiten: „Ich hätte nie gedacht, dass er ein Palastbewohner ist.“
Auf die Frage eines Reporters, ob dies ein Kündigungsgrund sei, antwortete Trump: „Ich denke, das ist es irgendwie.“
Die Sanierung des Fed-Gebäudes wurde 2017 genehmigt, ursprünglich mit einem Kostenrahmen von 1,9 Milliarden US-Dollar. Aufgrund unvorhergesehener Probleme wie Asbest, verseuchtem Boden und einem hohen Grundwasserspiegel ist das Budget inzwischen auf 2,5 Milliarden Dollar angestiegen.
Politischer Druck auf unabhängige Notenbank
Trump fordert seit Monaten eine Zinssenkung und greift Powell öffentlich an, weil die Fed die Zinsen bislang stabil hält. Ökonomen und Marktbeobachter warnen jedoch: Politischer Druck auf die Fed könnte ihre Unabhängigkeit gefährden – ein Grundpfeiler der Glaubwürdigkeit und Stabilität der US-Wirtschaftspolitik.
Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, betonte am Dienstag: „Die Unabhängigkeit der Fed ist absolut entscheidend – für diesen und den nächsten Vorsitzenden.“
Powell hat unterdessen eine zusätzliche interne Überprüfung des Renovierungsprojekts durch den Fed-Inspektor angeordnet.
Trumps Forderung: Leitzinsen unter 1 Prozent
Trump macht Powell auch für die ausbleibenden Zinssenkungen verantwortlich. Bei einem Mittagessen am Montag sagte er: „Wir sollten bei 1 Prozent sein – eigentlich sogar darunter.“
Ob Trumps zunehmender Druck Wirkung zeigt, bleibt fraglich. Die Fed will erst die wirtschaftlichen Auswirkungen von Trumps eigenen Strafzöllen abwarten, bevor sie über Zinsschritte entscheidet.
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