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Trump, der Meister-Regisseur: Wie Selenskyj in die Reality-Show-Falle tappte

LisetteBrodey (CC0), Pixabay
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ätte Wolodymyr Selenskyj seinen politischen Untergang in einer Live-Sendung verhindern können? Wohl kaum. Denn der Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion war kein Geringerer als Donald J. Trump – und der Mann kennt sich aus mit Reality-TV.

Laut dem Kölner Politikwissenschaftler Thomas Jäger lief Selenskyj direkt in eine perfekt inszenierte Falle. „Das war kein Zufall, das war keine Provokation – das war ein Script, das Trump vorher genehmigt hat“, so Jäger. Kurz gesagt: Selenskyj wurde gecastet, wusste aber nicht, dass er in einer Absetzungsshow mitspielt.

Szene 1: Die Inszenierung eines Staatsbesuchs

Selenskyj betrat das Oval Office vermutlich mit der Erwartung, über Rohstoff-Abkommen und Militärhilfe zu sprechen. Was er bekam, war eine öffentliche Demütigung auf Hollywood-Niveau.

Trump, der einst in „The Apprentice“ unliebsame Kandidaten mit einem harschen „You’re fired!“ aus der Show warf, entschied sich für eine Variation:
👉 „Sie haben zu gehen.“
Der Auftritt hatte alles, was gutes Reality-TV braucht:

  • Ein unvorbereiteter Kandidat (Selenskyj), der glaubte, in einer seriösen Sendung zu sein.
  • Ein überzeichneter Bösewicht (Trump), der vor laufender Kamera „dramatische Wahrheiten“ ausspricht.
  • Ein Sidekick (JD Vance), der mit Kommentaren à la „Sie sind respektlos!“ das Feuer noch weiter schürt.
  • Ein abruptes Finale, bei dem der Kandidat rausfliegt, bevor die Credits laufen.

Szene 2: Die öffentliche Bloßstellung

Nach Jägers Analyse war Trumps Ziel nicht, eine Einigung mit Selenskyj zu erzielen, sondern ihn vorzuführen – und das aus einem einfachen Grund: Er kann Putin nicht offen hochjubeln, also musste er Selenskyj kleinmachen.

Denn: Die Amerikaner mögen Russland nicht. Und da Trumps Basis schlecht auf Putin zu sprechen ist, musste er eine alternative Erzählung schaffen. Also deklarierte er Selenskyj einfach als unwürdigen, undankbaren Gast, um die Ukraine-Hilfe öffentlich infrage zu stellen.

Trump & Co. drehten also die Storyline um:
❌ Die Ukraine ist nicht das Opfer, sondern fordernd und unverschämt.
❌ Die USA sind nicht der Helfer, sondern der ausgenutzte Gönner.
❌ Putin ist nicht der Bösewicht, sondern ein potenzieller „Vertragspartner“.

Und plötzlich sieht Trumps „Friedensplan“ ganz anders aus: „Gib Putin einfach, was er will, dann haben wir Ruhe.“

Szene 3: Internationale Reaktionen? Egal!

Jetzt stellt sich die Frage: Was passiert als Nächstes?

  • Stoppen die USA ihre Waffenlieferungen an die Ukraine?
  • Wird Elon Musk angerufen, um Starlink für Kiew auszuschalten?
  • Oder schalten sich China und Russland in die nächste Episode der geopolitischen Reality-Show ein?

Eines ist klar: Trump interessiert sich nur für drei Reaktionen:
📌 Russland – weil Putin zufrieden sein muss.
📌 China – weil es gut ist, wenn der andere große Gegenspieler Amerika applaudiert.
📌 Die US-Wählerschaft – weil sie in diesem Drama die einzigen echten Zuschauer sind.

Und Europa? Die Nebendarsteller dieses Spektakels dürfen bestenfalls besorgt in die Kamera blicken.

Fazit: Willkommen bei „The Apprentice – Geopolitik Edition“

Ob Selenskyj noch einmal eine Gastrolle in dieser Show bekommt? Fraglich. Aber eins ist sicher: Trump hat die Skripte für die nächsten Episoden längst in der Schublade.

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