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Der frühere US-Präsident Donald Trump hat den wegen massiven Drogenschmuggels verurteilten ehemaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández begnadigt. Diese Maßnahme sorgt für erhebliche Kritik, da sie scheinbar im Widerspruch zu Trumps erklärtem harten Kurs gegen Drogenkriminalität steht.
Hernández war im März 2024 nach einem dreiwöchigen Gerichtsprozess in New York wegen der Einfuhr großer Mengen Kokain in die USA zu 45 Jahren Haft verurteilt worden. Laut dem US-Justizministerium war er zentraler Akteur in einem der größten und gewalttätigsten Drogenkartelle der Welt.
Zwischen 2004 und 2022 soll er Kartellen geholfen haben, über 400 Tonnen Kokain in die USA zu bringen.
Dabei habe er Bestechungsgelder angenommen, kriminelle Strukturen geschützt und Honduras zu einem der gefährlichsten Länder der Welt gemacht, so die Staatsanwaltschaft.
Trump kündigte die Begnadigung am 28. November an, offiziell bestätigt wurde sie am 2. Dezember. Laut Trump sei Hernández „sehr hart und unfair behandelt“ worden – diese Einschätzung habe er von „respektierten Personen“ erhalten. Medienberichten zufolge soll Trump-Berater Roger Stone für die Begnadigung lobbyiert haben.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, nannte das Verfahren gegen Hernández eine „überzogene Strafverfolgung“ durch die frühere Biden-Regierung. Die Begnadigung sei Teil von Trumps Bestreben, „politisch motivierte Justizfehler zu korrigieren.“
Auf Nachfrage wies Leavitt zurück, dass die Entscheidung Trumps Anti-Drogen-Kurs untergrabe – insbesondere die militärischen Operationen gegen mutmaßliche Drogentransporteure in Venezuela, die seit Herbst 2025 mit tödlicher Gewalt geführt werden.
„Präsident Trump hat klar gezeigt, dass er die Vereinigten Staaten gegen illegale Drogenimporte verteidigt – auf dem Land wie auf See“, sagte Leavitt.
Trumps Politik der harten Hand gegen Drogenhändler steht nun im Spannungsverhältnis zu seiner Begnadigung eines Mannes, der laut US-Justiz zu den größten Drogenbossen auf Regierungsebene gehörte.
Während Trump militärische Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote und sogar mögliche Bodeneinsätze in Venezuela ankündigt, lässt er gleichzeitig einen Mann frei, der laut Anklage das staatliche Gewaltmonopol zum Schutz eines Kartells genutzt hat.
Die Begnadigung von Juan Orlando Hernández bringt Trump innenpolitisch Lob von Unterstützern, wirft jedoch Fragen zur Konsistenz seiner Sicherheits- und Drogenpolitik auf – insbesondere im Hinblick auf internationale Glaubwürdigkeit und den Umgang mit „Law & Order“.
Kritiker sehen darin eine politisch motivierte Entscheidung, die weniger mit Rechtssicherheit als mit Loyalität und Einflussnahme zu tun habe.
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