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Trump begnadigt BitMEX-Gründer – Weil Gesetze ja bekanntlich nur für Loser sind

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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In einem weiteren Kapitel seiner „Make Crypto Great Again“-Tour hat Präsident Donald Trump am 27. März 2025 großzügig die Verurteilungen von Arthur Hayes, Benjamin Delo und Samuel Reed – den Gründern der Kryptowährungsplattform BitMEX – aufgehoben. Die drei hatten 2022 gestanden, den US-Geldwäschegesetzen fröhlich den Mittelfinger gezeigt zu haben. Aber hey, was ist schon ein bisschen Geldwäsche unter Freunden?

Die BitMEX-Crew war 2020 ins Visier der Behörden geraten, weil ihre Plattform verdächtig gut dafür geeignet war, Geld unauffällig in digitalen Nebel zu verwandeln. Kein KYC, kein AML – kurz: ein Paradies für alle, die ihr Geld lieber anonym über den Globus schickten. Die US-Staatsanwälte fanden das irgendwie nicht so witzig und beriefen sich auf etwas Altmodisches namens „Bank Secrecy Act“.

Doch was für den Justizapparat ein Gesetzesbruch war, ist für Trump offenbar bloß ein kreativer Umgang mit Bürokratie. Schließlich geht’s hier um Innovation! Vision! Und ein bisschen Cashflow! Und so erklärt der Präsident kurzerhand die Männer, die ihre Plattform fast wie ein kriminelles Drehkreuz betrieben, zu Pionieren – mit nun wieder blütenweißer Weste. Geldstrafen bleiben allerdings bestehen. Sogar Trump muss ja ein bisschen Staatskasse füllen.

Der vierte BitMEX-Geschäftsführer, Gregory Dwyer, ging bei der Trump’schen Gnade übrigens leer aus. Vielleicht hat er einfach nicht genug gespendet. Oder den falschen NFT getweetet. Wer weiß das schon?

Offiziell hat das Weiße Haus natürlich nichts gesagt. Warum auch? Die Tat spricht für sich – und passt perfekt in das aktuelle „Krypto-Kuschelkurs“-Narrativ des Präsidenten. Immerhin traf sich Trump kürzlich demonstrativ mit Branchenvertretern und flirtet offen mit libertären Wählergruppen. Die Begnadigung reiht sich nahtlos ein in frühere Gnadenakte für Szenegrößen wie Ross Ulbricht, dem Mastermind hinter dem Darknet-Marktplatz „Silk Road“. Man könnte fast glauben, Trump arbeitet an einem Cabinet of Crypto Legends.

Und weil’s so schön ist, munkelt man bereits, dass Roger Ver, Krypto-Urgestein und aktuell auf der Flucht vor dem US-Finanzamt, der nächste Glückspilz auf Trumps Crypto-Pardon-Bingo sein könnte.

Hayes, Delo und Reed schweigen bislang zur Begnadigung – vermutlich damit sie sich nicht versprechen. Schließlich weiß man nie, was in dieser Branche als nächstes illegal wird – oder eben präsidial geadelt.

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