Startseite Allgemeines Trump an Big Pharma: „Senkt die Preise – oder ich hole den großen Vorschlaghammer raus“
Allgemeines

Trump an Big Pharma: „Senkt die Preise – oder ich hole den großen Vorschlaghammer raus“

reidy68 (CC0), Pixabay
Teilen

Es ist mal wieder Showtime im Trump’schen Populistenpalast. Diesmal auf der Bühne: die böse Pharmaindustrie. US-Präsident Donald Trump, neuerdings selbsternannter Robin Hood der Rezeptpflicht, hat die großen Pharmakonzerne öffentlich zur Ordnung gerufen – oder besser gesagt: zur Preissenkung genötigt. Und weil Drohungen bei ihm besser ankommen als Dialog, bekamen gleich 17 CEOs der Branche einen netten Brief ins Büro geflattert – stilecht mit der unterschwelligen Botschaft: „Spielt mit – oder wir spielen hart.“

Trump, der bekanntermaßen allergisch auf alles über 9,99 $ reagiert (außer bei Golftrophäen oder Ballsaalprojekten), hatte der Pharmaindustrie im Mai eine 30-Tage-Frist gesetzt, um die Medikamentenpreise zu senken. Ergebnis: absolute Funkstille. Vielleicht dachte Pfizer, das sei nur ein weiterer Tweet-Ausrutscher. Denkste.

Jetzt gibt’s nochmal 60 Tage Galgenfrist, wie Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bekannt gab. Danach, so der Präsident, werde man „jedes Werkzeug“ einsetzen, um amerikanische Familien vor der Preisgier der „Pharmamonster“ zu schützen. Klingt dramatisch – fast wie aus einem Marvel-Film, nur ohne Superkräfte. Eher mit Super-Ego.

Dass Trump ausgerechnet jetzt seine Pharma-Fehde wiederentdeckt, ist kaum Zufall. Die „kleinen Leute“ mögen ihn, wenn er gegen die „dicken Fische“ pöbelt – und die nächste Wahl ist bekanntlich immer nur ein Wutanfall entfernt.

Doch was konkret passieren soll? Das bleibt vage. Werden CEOs verhaftet? Patente verstaatlicht? Medikamente künftig im Ballsaal des Weißen Hauses gemischt? Denkbar ist alles, wenn Donald Trump plötzlich die Weltgesundheit entdeckt – vorausgesetzt, sie lässt sich in einen knackigen Slogan pressen wie: „Make Medicine Cheap Again!“

Ob die Pharmaindustrie einknickt oder Trump in 60 Tagen zur nächsten Sau durch die Mediendörfer jagt? Das bleibt abzuwarten. Fest steht nur: Wo Trump auftaucht, wird aus politischem Ernst ein Reality-Drama mit Nebenwirkungen. Lesen Sie also besser die Packungsbeilage – und halten Sie Ihre Versicherungskarte bereit.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Kommentar zu einem anonym versandten Dokumentenpaket rund um das Unternehmen Cannerald

Zunächst zur Klarstellung: In unserer Redaktion erhalten wir wöchentlich zahlreiche Hinweise und...

Allgemeines

OLG Hamm: Immobilienmakler haften bei unzureichender Risikoaufklärung bei Bauträgerprojekten

Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass auch Immobilienmakler für Schäden haften können,...

Allgemeines

BGH: Cardsharing allein kein Computerbetrug – strafrechtlich dennoch riskant

Der Bundesgerichtshof hat in einer aktuellen Entscheidung klargestellt, dass sogenanntes „Cardsharing“ im...

Allgemeines

Studie: Paracetamol in der Schwangerschaft sicher – Trump-Äußerungen zu Autismus haltlos

Paracetamol ist auch in der Schwangerschaft sicher – das bestätigt eine neue,...