Es ist mal wieder Showtime im Trump’schen Populistenpalast. Diesmal auf der Bühne: die böse Pharmaindustrie. US-Präsident Donald Trump, neuerdings selbsternannter Robin Hood der Rezeptpflicht, hat die großen Pharmakonzerne öffentlich zur Ordnung gerufen – oder besser gesagt: zur Preissenkung genötigt. Und weil Drohungen bei ihm besser ankommen als Dialog, bekamen gleich 17 CEOs der Branche einen netten Brief ins Büro geflattert – stilecht mit der unterschwelligen Botschaft: „Spielt mit – oder wir spielen hart.“
Trump, der bekanntermaßen allergisch auf alles über 9,99 $ reagiert (außer bei Golftrophäen oder Ballsaalprojekten), hatte der Pharmaindustrie im Mai eine 30-Tage-Frist gesetzt, um die Medikamentenpreise zu senken. Ergebnis: absolute Funkstille. Vielleicht dachte Pfizer, das sei nur ein weiterer Tweet-Ausrutscher. Denkste.
Jetzt gibt’s nochmal 60 Tage Galgenfrist, wie Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bekannt gab. Danach, so der Präsident, werde man „jedes Werkzeug“ einsetzen, um amerikanische Familien vor der Preisgier der „Pharmamonster“ zu schützen. Klingt dramatisch – fast wie aus einem Marvel-Film, nur ohne Superkräfte. Eher mit Super-Ego.
Dass Trump ausgerechnet jetzt seine Pharma-Fehde wiederentdeckt, ist kaum Zufall. Die „kleinen Leute“ mögen ihn, wenn er gegen die „dicken Fische“ pöbelt – und die nächste Wahl ist bekanntlich immer nur ein Wutanfall entfernt.
Doch was konkret passieren soll? Das bleibt vage. Werden CEOs verhaftet? Patente verstaatlicht? Medikamente künftig im Ballsaal des Weißen Hauses gemischt? Denkbar ist alles, wenn Donald Trump plötzlich die Weltgesundheit entdeckt – vorausgesetzt, sie lässt sich in einen knackigen Slogan pressen wie: „Make Medicine Cheap Again!“
Ob die Pharmaindustrie einknickt oder Trump in 60 Tagen zur nächsten Sau durch die Mediendörfer jagt? Das bleibt abzuwarten. Fest steht nur: Wo Trump auftaucht, wird aus politischem Ernst ein Reality-Drama mit Nebenwirkungen. Lesen Sie also besser die Packungsbeilage – und halten Sie Ihre Versicherungskarte bereit.
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