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Trump-Administration kürzt Milliarden bei biomedizinischer Forschung

Pexels (CC0), Pixabay
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Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Mittel für indirekte Kosten in der biomedizinischen Forschung drastisch zu kürzen. Die Maßnahme ist Teil umfassender Sparpläne und soll 4 Milliarden Dollar einsparen. Wissenschaftler warnen jedoch vor negativen Folgen für den medizinischen Fortschritt.

Worum geht es?

Die Kürzungen betreffen sogenannte indirekte Kosten in Forschungsprojekten, darunter Mieten, Strom, Laboreinrichtungen und Verwaltungskosten. Das National Institutes of Health (NIH) erklärte am Freitag, dass der Fördersatz für indirekte Kosten von derzeit durchschnittlich 30 % auf maximal 15 % gesenkt werde.

Begründung:
„Die USA sollen weltweit führend in der medizinischen Forschung sein“, heißt es in der Erklärung des NIH. Deshalb müsse sichergestellt werden, dass so viel Geld wie möglich direkt in die Forschung fließt – statt in Verwaltungsaufwand.

Kritik aus der Wissenschaft

Viele Wissenschaftler und Universitäten schlagen Alarm. Sie befürchten, dass die Kürzungen Labore zum Schließen zwingen und Forschungsprojekte gefährden.

  • Anusha Kalbasi, leitende Onkologin an der Stanford University, warnte: „Diese Gelder finanzieren nicht nur die Forschung selbst, sondern auch die Infrastruktur – Laborsicherheit, Datenmanagement, technische Ausstattung und Personal.“
  • Die Association of American Medical Colleges kritisierte, dass die Kürzungen „die wissenschaftliche Kapazität der USA verringern“ und Patienten den Zugang zu neuen Therapien, Diagnosen und Präventionsmaßnahmen erschweren.
  • Der Amerikanische Hochschulrat argumentiert, dass der Forschungsstandort USA durch die Kürzungen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnte, insbesondere gegenüber internationalen Konkurrenten.

Elon Musk und das „Department of Government Efficiency“

Elon Musk, Leiter des von Trump geschaffenen Department of Government Efficiency (DOGE), verteidigte die Maßnahme scharf. Auf der Plattform X schrieb er:
👉 „Universitäten mit Milliarden an Stiftungsvermögen haben sich 60 % der Fördergelder für Verwaltungskosten geschnappt! Was für ein Betrug!“

Musk und andere Befürworter der Kürzungen argumentieren, dass viele Universitäten über private Finanzierungsmöglichkeiten verfügen und sich nicht auf staatliche Gelder für Verwaltungskosten stützen sollten.

Juristische Gegenwehr geplant

Ted Mitchell, Präsident des Amerikanischen Hochschulrats, erklärte, dass erste Klagen gegen die Kürzungen bereits in Vorbereitung seien. Einige Labore hätten in Erwartung der Kürzungen bereits den Betrieb eingestellt.

Hintergrund: Einfluss von „Project 2025“

Die Deckelung der indirekten Kosten stammt aus dem umstrittenen „Project 2025“, einem konservativen Strategiepapier der Heritage Foundation. Dort wird vorgeschlagen, dass Universitäten für staatliche Forschungsgelder nicht höhere Verwaltungsgebühren verlangen dürfen als für privat finanzierte Forschungsprojekte.

Fazit

Während die Trump-Regierung die Kürzungen als notwendige Effizienzmaßnahme verteidigt, warnen Experten vor einem schweren Rückschlag für die medizinische Forschung. Besonders für kleinere Forschungsinstitute und Universitäten ohne große private Stiftungen könnte die neue Regelung existenzgefährdend sein.

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